Die tollkühnen Abenteuer der Ducks auf hoher.... von Carl Barks

Carl Barks, Dr. Erika Fuchs, Frank Schätzing


Wer einen Urlaub am Meer gebucht hat und noch nach passender Lektüre sucht, dem seien zum Beispiel die "Nachrichten aus einem unbekannten Universum" des erstaunlich produktiven deutschen Autors Frank Schätzing empfohlen. Der Vielschreiber, der mit "Der Schwarm" den Besteller des Jahres 2004 ablieferte, hat aus den umfangreichen Recherchematerialien für seinen tausendseitigen marinen Umweltthriller gleich noch ein 500-Seiten-Sachbuch über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Meere verfasst. Und zwar im Stil eines unterhaltsamen Romans, ohne alle akademische Betulichkeit und übervoll mit flotten Sprüchen - aber leider auch ganz ohne Illustrationen, ohne Literaturverzeichnis und ohne Index.

Diese für ein Sachbuch doch ganz hilfreiche Grundausstattung gibt es hingegen in "Der lebendige Ozean", das eben auch von einem richtigen Meeresforscher und Sachbuchautor verfasst wurde. Richard Ellis ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des America Museum of Natural History und außerdem noch ein bekannter Zeichner und Maler der noch ziemlich unerforschten Unterwasserwelten, in denen er sich auskennt wie kaum ein Zweiter. Noch mehr als Schätzing macht sich Ellis ernste Gedanken über den besorgniserregenden Zustand des siebenten Kontinents, der als Müllhalde missbraucht und von der Fischindustrie leergefischt wird. Einziger Nachteil von Ellis' aufrüttelndem Schmöker: Das englische Original ist schon vor drei Jahren erschienen. Und in dieser Zeit hat sich die Lage der Ozeane und ihrer Bewohner nicht eben verbessert.

Wer bei all diesen brisanten Nachrichten eskapistischen Lesestoff über das Meer sucht, wird abermals bei Frank Schätzing fündig. Der hat nämlich unter dem Titel "Die tollkühnen Abenteuer der Ducks auf hoher See" 25 Donald-Duck-Folgen ausgewählt und intelligent kommentiert. Dabei outet er sich nicht nur als Donaldist reinsten Wassers, sondern auch als begabter Zeichner. Und als Extraplus für den Strand-CD-Player gibt es noch ein Gespräch mit der genialen Barks-Übersetzerin Dr. Erika Fuchs.Bilder aus fünfzig Jahren chinesischer Geschichte und von 250 Künstlern umfasst der Fotoband zur Wanderausstellung "Humanism in China". Die Schau ähnelt der amerikanischen Ausstellung "Family of Man", mit der in den Fünfzigern versucht wurde, ein Porträt der Menschheit zu zeichnen. Viele der Fotos sind auf den ersten Blick schwer zu datieren, aber ein Blick auf die Kleidung der Gezeigten genügt: Bis zu Maos Tod 1976 galt die schlichte Jacke als obligatorische Uniform der kommunistischen Massengesellschaft. Unter den Fotos finden sich zwar keine direkt propagandistischen Werke, aber auch keine Dokumente zu den Greueln der Kulturrevolution. Es überwiegt der Eindruck eines arbeitsamen Volks, das ganz im Kollektiv aufgeht. So gelungen und anschaulich viele der Fotos sein mögen, so lässt der Bildband doch keine künstlerischen Handschriften der einzelnen Beteiligten erkennen.

Nicole Scheyerer in FALTER 28/2006



ANZEIGE


FALTER abonnieren
×