Bratislava. 5 Routen durch die Hauptstadt der Slowakei. Geschichte,...

Irene Hanappi


Fahrt doch rüber!

Soeben ist ein Bratislava-Guide erschienen. Das ist gut, denn jetzt weiß man endlich, was man in der Hauptstadt von nebenan tun kann.

So ging es vielen: Den Nachbarn in Bratislava einen Besuch abstatten, dort billig essen und trinken, ein bisschen die Altstadt bewundern, beim amerikanischen Supermarkt Tesco rund um die Uhr die Produkte bestaunen - und dann etwas ratlos sein, weil man nichts weiter anzufangen weiß mit seiner Zeit in der slowakischen Hauptstadt.

Ab sofort kann man in Bratislava interessantere Zeiten und Seiten erleben. Die Journalistin Irene Hanappi hat in der Falter-Reihe CITYwalks - die sich bislang ausschließlich mit Themenspaziergängen durch Wien befasst hat - einen Bratislava-Guide veröffentlicht, Falter-Fotografin Katharina Gossow hat die Fotos dazu beigesteuert. Und man will's fast nicht glauben, das Büchlein ist der erste Führer durch die Stadt in dieser Form.

Fünf Routen leiten Ortsunkundige durch die Stadt, man verbindet Geschichte mit Kultur, Sightseeing, Essen und Trinken. Bevor sie mit der Recherche begonnen habe, erzählt die Wiener Autorin mit aktuellen Fachgebieten Reisen und Kulinarik, sei ihr die Nachbarstadt an der Donau genauso fremd gewesen wie allen anderen auch. "Ich bin dann beim ersten Recherchebesuch einfach drauflos gegangen und habe mich treiben lassen", erklärt Hanappi, die sich trotzdem an das strenge Verlagskonzept der Serie halten musste. Erst später habe sie dann in der Fachliteratur nachgesehen, welches Gebäude aus welcher Zeit stammt, welche Besonderheiten am Wegesrand zu finden sind. Die erste, als Stadteinstieg empfohlene Route führt den Burgberg hinauf ins Villenviertel, von wo man einen tollen Blick auf Stadt und Fluss hat. Tour zwei, der "Krönungsweg", folgt von der restaurierten Altstadt den Spuren des Krönungsumzugs der ungarischen Könige, vorbei an Palais des k. u. k. Adels. Route drei und vier zeigen dann "das verschwundene Bratislava" und die Moderne: Bau-und Planungssünden, Jugendstil, sozialistische Wohnhäuser, Gebäude im Stil des Art déco. Obwohl bei allen Routen Tipps fürs Einkehren und Einkaufen dabei sind, ist die letzte Tour die gastronomischste: "Bratislava kulinarisch". Weil in Bratislava kann man wirklich ganz günstig essen. Und gut.

Christopher Wurmdobler in FALTER 24/2006



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