Mein Leben mit Mozart

Eric-Emmanuel Schmitt, Nicole Streitler-Kastberger


Bereits sechs Bände des Oeuvre-Katalogs von Max Ernst (1891-1976) sind erschienen. Als Ergänzung gibt der Ernst-Forscher Werner Spies diesen Band mit Materialien heraus, die das Werk des surrealistischen Malers in einen biografischen Kontext stellen. Neben Briefen und Notizen dient vor allem Ernsts Autobiografie als Grundlage dieser chronologischen Darstellung. Der Band folgt dem biografischen Weg des Jahrhundertkünstlers von den frühen Jahren in Deutschland und ersten dadaistischen Versuchen nach Frankreich, wo er berühmt wurde, und weiter ins amerikanische Exil, wo er die dortige Kunstszene nachhaltig beeinflusste. In den frühen Fünfzigerjahren kehrte er nach Frankreich zurück.Anlässlich des Mozartjahres lässt auch der Hörbuchsektor durch ein paar feine neue Einspielungen aufhorchen. "Nachtmusik und Zauberflöte. Mozart-Hits für Kinder" (Jumbo Neue Medien Verlag) wurde schon im Weihnachtsspecial des Falter empfohlen. Ebenfalls für die Kleinen gedacht ist "Mozart für Kinder. Ich bin ein Musikus" von Peter Härtling, gelesen vom Autor. Ein Hörbuch, das zu Recht für den Deutschen Hörbuchpreis 2006 nominiert ist.

Für Random House Audio hat Senta Berger "Mozart. Ein Wunderkind auf Reisen" eingespielt, eine für Kinder aufbereitete fiktive Biografie des jungen Mozart, der an die europäischen Königshäuser reist, um dort sein Talent unter Beweis zu stellen. Die Aufnahme basiert auf dem Buch von Sanne de Bakker, das Senta Berger in einer geschickten Mischung aus sachlicher Distanziertheit und kindlicher Verspieltheit hörbuchtechnisch umgesetzt hat.

Für Junggebliebene legt Random House Audio jetzt "Die Tagebücher des W.A. Mozart" von Eugen Egner vor. Deutschlands Antwort auf Kurt Palm, könnte man sagen (auch wenn es chronologisch betrachtet eher umgekehrt ist). Herbert Feuersteins Stimme passt in ihrer alt-wienerischen Gebrochenheit, wie man sie sonst nur von Friederike Mayröcker kennt, kongenial zum an Mozarts Briefen geschulten Stil Egners, der voller Koprolalien und sprachlichen Antiquiertheiten ist. Eine Empfehlung für alle, die mit Jubiläen maximal einen ironischen Umgang pflegen.

Den zweifellos reflektiertesten Zugang zum Salzburger Originalgenie bietet der französische Philosoph und Romancier Eric-Emmanuel Schmitt, dessen Buch "Mein Leben mit Mozart" jetzt auch als Hörbuch vorliegt. Schmitt schildert darin, wie ihn Mozarts Musik in jungen Jahren vor dem Selbstmord bewahrt und gewissermaßen auf den richtigen Weg, den der Selbstentfaltung, geführt hat. Ein Muss für jeden Mozartliebhaber.

Matthias Dusini in FALTER 8/2006



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