Heinrich Heine in Paris

Jörg Aufenanger


Hole Sie der Teufel

Mit einem pompösen Hinweis auf die entstehende kapitalistische Gesellschaft, gegen die sich Heines Lyrik wende, nahm Theodor W. Adorno diesen einst gegen Karl Kraus in Schutz: "Die Wunde Heine wird sich schließen erst in einer Gesellschaft, welche die Versöhnung vollbrachte." Die ganze Lyrik, Prosa sowie Publizistik findet sich in der wohlfeilen, siebenbändigen Taschenbuchausgabe "Heinrich Heine - Sämtliche Schriften". Herausgegeben hat sie der Heine-Spezialist Klaus Briegleb. Wer sich mit den mittlerweile bei Klassikern üblichen Büchern à la "Schnellkurs Heinrich Heine", "Heinrich Heine für Gestresste" oder "Essen und Trinken mit Heinrich Heine" nicht bescheiden will, dem bietet "Leben Sie wohl und hole Sie der Teufel", eine Biografie in Briefen, den unmittelbarsten Eindruck von Heine. Kerstin Decker zeichnet Heine als "Narr des Glücks", auf dessen "Pariser Jahre" konzentriert sich Jörg Aufenager. Marcel Reich-Ranickis "Der Fall Heine" ist eine Neuauflage des Klassikers in Sachen Heine und das Judentum, die Polemik gegen Platen samt antisemitischen Angriffen und eigenen Untergriffen inklusive.

Eine auf politische Korrektheit höchst bedachte Kurzversion von Heines Leben liefern Jan-Christoph Hauschild und Michael Werner mit der schlicht "Heinrich Heine" betitelten Biografie, die Langfassung davon haben die beiden mit "Der Zweck des Lebens ist das Leben selbst" geliefert - die umfänglichste neuere Arbeit zu diesem Autor in einer aktualisierten und erweiterten Ausgabe

Erich Klein in FALTER 7/2006



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