Peace bekocht


Quellenangabe

Johanna Maier ist mit Hermann Maier entfernt verwandt, und auch sie ist in ihrem Metier die Beste. Sie hat Teile meines heurigen Menüs inspiriert. Was Maier vorlegt, ist zwar keine Kochschule, aber immerhin ein schlicht brauchbares Kochbuch mit vielen nachkochbaren Rezepten, wunderschönen Fotos von Luzia Ellert und einer beigelegten DVD.

Irreführend ist hier der Titel, denn die Standard-Autorinnen legen keine Mehlspeiselegie vor, sondern eine brauchbare Sammlung mitteleuropäischer Rezepte. Ich weiß, dass sie brauchbar ist, weil das Käsknöpflerezept so ziemlich stimmt.

Überraschung: Eines von "25 Peaces", dem gnadenlosen Projekt des Gedankenjahrs, ist nützlich. Köche haben Rezepte aus den vier Besatzungszonen eingesandt, eine Jury hat ausgewählt. Von Burger bis russisches Ei, da ist allerhand drin.

Schmeckt's noch? Diese Frage stellt Biopionier Werner Lampert und erklärt, wie wir mit miesen Lebensmitteln abgefüttert werden, obwohl die guten verfügbar wären. Man muss halt Bescheid wissen. Dieses Buch zu lesen hilft dabei.

Volle Attacke auf die "schöne neue Welt des Essens" reitet Ex-Spiegel-Autor Hans-Ulrich Grimm. Die Neuauflage des Standardwerks deckt Machinationen der Industrie auf, lehrt uns das Grausen und gibt dem Selberkochen Sinn.

Rindviecher isst der Wiener gern; die Wienerin auch. In diesem kompetenten Werk erfahren Sie alles über Tradition und Verfahrensweisen der Wiener Rindfleischküche. Zahlreiche Rezepte und interessante historische Abbildungen.

Mozart muss sein, auch im Mozartjahr. Das vierte zu meiner Kenntnis gekommene M-Kochbuch ist das beste. Gut illustriert, plausible Rezepte, in der Tradition der opulenten Reihe "Zu Gast bei " der Collection Rolf Heyne.

Armin Thurnher in FALTER 51-52/2005



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