Stimmt's?. Moderne Legenden im Test - Folge 4

Christoph Drösser, Rattelschneck


Haben Sie eine Idee, was es mit Kopi Luwak auf sich hat? Wissen Sie, wie groß Bestsellerautor Michael "Jurrasic Parc" Crichton ist? Oder warum die maximale Spieldauer einer CD rund 74 Minuten beträgt? Das sind natürlich alles keine weltbewegenden Fragen, und man kann auch ganz gut ohne die richtigen Antworten weiterleben. Wer dennoch an den Lösungen interessiert ist, für den gibt es das Internet oder drei neue Wissenshäppchenbände, die als Genre gerade schwer in Mode sind. Es reicht aber auch, einfach hier weiterzulesen. Die Antwort auf die erste Frage findet sich im zweiten Band des englischen Fotografen und Wissenssammlers Ben Schott, der mit seinem kunterbunten "Sammelsurium" und 400.000 verkauften Exemplaren in Deutschland den Sachbuchbestseller des Jahres 2005 landete. Nun gibt es in derselben ansprechenden Aufmachung "Schotts Sammelsurium Essen & Trinken", in dem zum Beispiel zu erfahren ist, dass Kopi Luwak als die teuerste Kaffeesorte der Welt gilt. Ihre Kaffeekirschen werden nämlich aus dem Kot eines kleinen südostasiatischen Raubtiers namens Fleckenmusang geerntet, der die Kirschen frisst und durch seine Magenenzyme veredelt, wodurch dem Kaffee dann dessen typisches, etwas "muffiges" Aroma verliehen wird.

Auch Mitchell Symons legte kürzlich unter dem Titel "Wussten Sie das auch schon ?" nach. So wie beim kurzweiligen "Wussten Sie schon ?" geht es auch diesmal querbeet durch alle Wissensgebiete, stets unterhaltsam, prominentenlastig und mitunter aber allzu flott behauptend. Jedenfalls erfährt man bei Symons, dass Michael Crichton 2,06 Meter misst.

Der Long- und Bestseller unter den deutschen Wissens-Checkern wiederum ist Zeit-Redakteur Christoph Drösser, dessen "Stimmt's?"-Kolumne nun bereits in der vierten Folge als Buch erscheint. Und laut Drösser stimmt die moderne Legende, dass die Spieldauer der Audio-CD so gewählt wurde, damit Beethovens Neunte darauf Platz findet, was dem damals leitenden Sony-Mitarbeiter Norio Ohga ein Herzensanliegen war.

Klaus Taschwer in FALTER 44/2005



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