Stadt deiner Bäume

Wien ist die drittgrünste Stadt der Welt. Dennoch macht die steigende Hitze nicht nur den Bewohnern, sondern auch den Bäumen zu schaffen

STADTLEBEN | BIRGIT WITTSTOCK | aus FALTER 27/18   

Foto: Christopher Glanzl

Der ist mausetot.“ Philipp Puls seufzt. „Da ist wohl nichts mehr zu machen.“ Die Rede ist von Puls’ Nachbarn, einem Acer pseudoplatanus, auch als Bergahorn bekannt. Im Wiener Baumkataster ist er mit der Nummer 377 eingetragen: 1940 in der Währinger Alsegger Straße gepflanzt, wie im Kataster zu lesen ist. Zuletzt vermessener Stammumfang 111 Zentimeter, sechs bis zehn Meter hoch und mit einer Krone von sieben bis neun Metern ausgestattet. Zumindest irgendwann einmal, in seinen guten Zeiten. Heute ist von ihm nur noch ein etwa zwei Meter hoher Stumpf mit geborstener Borke übrig. Das Ende eines Großstadtbaumlebens. Und so wie der Nummer 377 geht es jedes Jahr 1600 bis 1800 Wiener Straßenbäumen: Sie sterben und werden durch Jungbäume ersetzt.

Vergleicht man den Anteil an Grünflächen, so liegt Wien mit 42,68 Prozent hinter Madrid und Prag auf dem dritten Platz. Weltweit. An die 100.000 Bäume säumen Wiens Straßen. Hinzu kommen weitere rund 200.000 auf „waldähnlichen Flächen“, also in Parks und Stadtwildnissen – Bäume in Innenhöfen, Privatgärten und auf Flächen des Forstamts, wie etwa dem Wienerwald, der Lobau und auf der Donauinsel nicht mitgezählt.

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