Wien vertikal

Eine Stadt und ihre Hochhäuser: eine Geschichte von Liebe, Hass und Missverständnissen, offenen und verdeckten Interessen. Und vom Fehlen einer großen Idee

STADTLEBEN | MAIK NOVOTNY | aus FALTER 24/18   

Foto: Christian Wind

Winterharter Riesenbambus. Die Felsenklippen von Acapulco. Der Müllkessel in der Spittelau. Was haben sie gemeinsam? Genau, sie sind alle 35 Meter hoch. Einen Zentimeter mehr, und sie wären in Wien ein Hochhaus. Denn alles, was höher als 35 Meter ist, gilt laut Paragraf 7 f. der Wiener Bauordnung als ein solches. Einfach, oder? Bis hierhin schon. Alles, was danach folgt, ist in der Regel kompliziert.

Das ist es schon länger, denn die Geschichte von Wien und seinen Hochhäusern ist ein Stop and Go. Mal will Wien vertikal werden, dann sträubt es sich wieder mit aller Macht dagegen. Beides mit gutem Grund. Die im Vorjahr geführte Debatte um das Heumarkt-Projekt war nicht der erste und wird nicht der letzte Hochhausstreit sein. Sie offenbarte tiefe bestehende Gräben und riss zusätzlich neue auf, die mitten durch Parteien, durch die Architektenschaft und die Öffentlichkeit gingen. Diesen erbitterten, im Moment still schwelenden, aber noch längst nicht abgeschlossenen Streit als Konflikt zwischen Bewahrern und Erneuerern zu sehen greift zu kurz: Manche Bewahrer sind weniger konservativ als manche sogenannten Erneuerer, und über das, was bewahrt werden soll, gibt es mehr als zwei Meinungen.

Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?

Alle Artikel aus FALTER 24/18 finden Sie im FALTER-Archiv.



FALTER 4 Wochen testen
×