Nachrichten aus der Netz-Gemeinde

Die Berufsfischer am Bodensee fangen seit langem immer weniger Fische. Doch die Nachfrage nach dem berühmten Felchen ist groß. Welche Lösungen gibt es?

LANDLEBEN | BENJAMIN BREITEGGER | aus FALTER 23/18   

Foto: Benjamin Breitegger

Regula Bösch lacht hell auf, wenn sie sich an die goldenen Zeiten der Fischerei erinnert. Die Berufsfischerin aus Gaissau in Vorarlberg fuhr schon von kleinauf mit ihrem Vater auf den Bodensee, manchmal mit ihren drei Geschwistern. In schweren Baumwollnetzen zog die Familie in den 1960er- und 1970er-Jahren kistenweise Bodensee-Felchen aus dem Wasser, anderswo bekannt als Rheinanken. Am Ufer warteten schon die Abnehmer. Heute fischt Regula Bösch mit Nylonnetzen, was die Arbeit leichter macht. Doch zappeln immer weniger Fische in ihren Netzen, seit langem sinken die Erträge.

Bösch ist Vorarlbergs einzige Berufsfischerin und noch eine von neun Bodenseefischern im Ländle, die den Job ausüben. Mit ihren grauen Haaren sieht die 59-Jährige älter aus, als sie ist. An sechs Tagen in der Woche steht sie um zwei Uhr früh auf, um die Post auszutragen. Danach fährt sie aufs Wasser, um ihre Netze einzuholen. Geplant war das nicht. Ihr Bruder, der den Fischereibetrieb vom Vater übernahm, starb vor 15 Jahren überraschend. Die Mutter wollte nicht verkaufen und so absolvierte Bösch spät, mit 44 Jahren, die Fischereiprüfung. „Sonst war niemand da, der das hätte machen können“, sagt sie.

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