Herr Ludwig hat serviert

Der designierte Wiener Bürgermeister präsentierte sein neues Team. Aber reicht das aus, um das rote Wien zu retten?

POLITIK | BARBARA TÓTH, JOSEF REDL | aus FALTER 20/18   

Foto: Heribert Corn


Das Doppelkinn ist kleiner, der Dreitagesbart weg und die Stirn krönt jetzt eine kantige Tolle: Michael Ludwig, immerhin schon Jahrgang 1961, wirkt wie gehäutet. Aus dem gemütlichen Wohnbaupolitiker mit Teddybärcharme ist ein schneidiger Stadtmanager geworden, ein „Koordinator starker Persönlichkeiten“, wie der designierte Wiener Bürgermeister seine Rolle Montag dieser Woche bei der Präsentation seines Regierungsteams stolz nannte. „Wien ist, was wir draus machen“ stand in Großbuchstaben auf dem Plakat, vor dem Ludwigs Team posierte, und das klang wie eine Botschaft und Aufforderung zugleich.

Wer sind diese „wir“, die aus Wien etwas machen wollen? Und wie wird dieses von ihnen gemachte Wien am Ende ausschauen? Wien 2018: das ist zum einen die rot-grün regierte Stadt, die letzte Bastion des linksliberalen Österreichs unter einer türkis-blauen Regierung. Als stolze Ahnherrin der österreichischen Sozialdemokratie verstand sich die Stadt immer schon. Seit 73 Jahren durchgehend von der SPÖ regiert, stand sie immer schon für die Idee eines anderen, offeneren, fortschrittlicheren Österreichs. Erst recht, wenn der Bund, wie gerade eben und schon in den Jahren 2000 bis 2006, konservativ regiert wird und die SPÖ in Opposition ist.

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