„Das Vaterland ist noch nicht verloren“

Bürgermeister Michael Häupl verabschiedet sich. Ein Gespräch über die Fehler der Sozialdemokratie, den Angriff auf das rote Wien und darüber, was links zu sein heute bedeutet

POLITIK | ARMIN THURNHER, NINA HORACZEK | aus FALTER 19/18   

Foto: Heribert Corn

Die ersten Sackerln mit Unterlagen stehen schon gepackt neben seinem Schreibtisch. In zwei Wochen geht eine Ära zu Ende. Dann verabschiedet sich Bürgermeister Michael Häupl nach 24 Jahren im Amt in die Pension, und Michael Ludwig wird der neue erste Mann im Wiener Rathaus. Zum Abschied erzählt Langzeitbürgermeister Häupl dem Falter noch, welche Fehler die Sozialdemokratie gemacht hat, wieso die Wiener immer einsamer werden und wieso er den Leuten aus seinem Heimatdorf geraten hat, nicht zur Wahl zu gehen.

Falter: Herr Häupl, erinnern Sie sich noch an Ihre ersten Tage als Bürgermeister?

Michael Häupl: Natürlich. Eine meiner ersten Aufgaben war, eine Anordnung von Helmut Zilk zu widerrufen. Zilk hat bei großen Katastrophen auf der Welt sehr gerne Wiener Experten als Helfer verschickt. Als eine seiner letzten Amtshandlungen hatte er angeordnet, dass der damalige Chef der Wasserleitung in Wildalpen eine von den Taliban in die Luft gesprengte Wasserleitung in Afghanistan reparieren soll. Das Gebiet war nicht sicher. Ich kann doch nicht einen Wiener Wassertechniker ins Taliban-Gebiet schicken!

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