„Einer von uns“

Franz Murer? Regisseur Christian Frosch kannte den NS-Kriegsverbrecher und ÖVP-Politiker nicht. Er kramte in Archiven und entdeckte einen vergessenen, exemplarischen Justizskandal

FLORIAN KLENK, MICHAEL OMASTA | aus FALTER 10/18   

Foto: ÖNB-Bildarchiv / picturedesk.com

Christian Frosch hat von diesem Mann nichts gewusst, bis er in einer Gedenkstätte in der litauischen Hauptstadt Vilnius von den Taten des steirischen Bauernsohnes und späteren SS-Führers hörte. Murer, geboren 1912, war als hochrangiger Nazi zuständig für „jüdische Angelegenheiten“ im ehemaligen „Jerusalem des Nordens“. Während seiner Schreckensherrschaft wurde die jüdische Bevölkerung praktisch komplett vernichtet, von den 80.000 Wilnaer Juden überlebten nur 600.

Murer, der gerne in einem weißen Fiaker durch das Ghetto fuhr, agierte äußerst brutal. Er erschoss Kinder und Alte auf offener Straße, er befahl Häftlingen, wie Hunde zu bellen. Und er war mitverantwortlich für sogenannte Sonderaktionen, bei denen rund 80.000 Juden erschossen wurden.

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