Das Bier, das aus der Sauna kommt

Immer mehr Menschen backen Brot, ziehen Pilze oder fermentieren Gemüse. Nur selber Bier zu brauen ist noch schöner

SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 10/18   

Foto: Reinhard Winkler

Wenn schon der Großvater in der Scheune des Wochenendhauses gebraut hat, man ihn als kleiner Bub beobachtete, wie er in einer alten
Mühle das Malz schrotete, und mitbekam, wie der Raum nach und nach von einem ganz eigenen Duft erfüllt wurde, dann darf man behaupten, dass einem die Liebe zum Bier in die Wiege gelegt wurde. Ob Helles oder Dunkles, Märzen oder Doppelbock, untergärig herangereiftes Pils oder obergäriges Ale – ich durfte das alles noch lange nicht kosten, aber ich wusste bereits, wie es gemacht wird.

Nur hat es sich so in Wahrheit leider nicht abgespielt. Opa machte sich nichts aus Bier, zumindest habe ich ihn kaum je welches trinken gesehen. Und mit dem Do-it-yourself-Gedanken hätte man den Großeltern überhaupt nicht kommen brauchen. Alles, was Oma in der Küche unnötige Arbeit ersparte, war gut. Die in den 1960er- und 1970er-Jahren aufkommenden Fertigprodukte nahm sie sehr dankbar an. Hopfen und Malz? Nein, denke ich an meine Kindheit, dann sehe ich vielmehr ein Sackerl mit Knorr-Basis für Faschierte Laibchen und eine Packung Maggi-Kartoffelpüree vor mir.

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