Wien, wie es wichst

Die Stadt bekommt ihr erstes Porn Film Festival. Über die vielen Gesichter des Wiener Sexfilms

STADTLEBEN | LUKAS MATZINGER | aus FALTER 09/18   

Der Festivaldirektor Yavuz Kurtulmus und die Kreativdirektorin Jasmin Hagendorfer haben ein Pornofilmfestival nach Berliner Vorbild nach Wien geholt. (Foto: Porn Film Festival)

Karl wäscht die Dildos sauber, die Damen dämpfen die Zigaretten aus, letzte Anweisungen, bevor es losgeht: „Bitte kurz stöhnen für den Ton“; „Das wird unsere erste Einbrecherszene mit zwei Frauen“; „Ihr kommt heim von der Party, ihr seid müde, aber ihr seid auch geil“; „Bevor man seinen Schwanz sieht, können ruhig zehn Minuten vergehen.“

In einer Kleinwohnung im 15. Bezirk ist heute Drehtag. Lolita, Josi und Daniel sind gekommen, um zu kommen. Die Lampen strahlen warm, das Parkett knarzt laut. Zwei Kameramänner stehen bereit und drei Szenen auf dem Drehplan: „16:10 bis 16:30 Lesbo Lolita + Josi / 16:45 bis 16:55 Lesbo mit Gurken / 17:15 bis 18:30 Lolita + Jose + Daniel Einbrecher“.

Die Schauspieler kennen einander, auch mit ihren richtigen Namen. In den Pausen zeigen sie einander bei Dosenbier und Red Bull Hundefotos und erinnern sich gemeinsamer Erfahrungen: „Das könnte mir nicht passieren. Ich bin ja nicht das Peterle.“ Gelächter. Lolita und Josi kommen alle paar Wochen zu Drehs hierher, Daniel fast jede Woche. Lolita ist 33, Josi 28, Daniel 53. Sie arbeiten in anderen Jobs, Pornos drehen sie als Zuverdienst.

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