„Die kommen hier nicht rein“

Wie rassistisch entscheiden die Türsteher vor Wiens Gürtellokalen? Ein Test bringt bittere Erkenntnisse

STADTLEBEN | LUKAS MATZINGER | aus FALTER 06/18   

Foto: Patrick Rieser

Am Ende der Nacht hängen die Köpfe tief über den Red-Bull-Dosen. Sie haben geahnt, dass es bitter enden könnte, aber so? „Das ist peinlich“, sagt Amir. „Was haben sie gegen uns?“, sein Freund Rashid. Sie haben für diese Geschichte neue Namen bekommen.

Niedergeschlagen sitzen die drei Burschen in einer schicken Wasserpfeifenbar. Es qualmt süß, die Gäste tanzen Hip-Hop, bestellen Runden. Die Frauen sind spärlich bekleidet. Mit dieser Welt kommen die Burschen selten in Berührung: Niemals hätte sie der Türsteher hier reingelassen, wenn sie nicht einen Österreicher kennen würden, der den Besitzer kennt.

In den Monaten vor dieser Nacht haben viele Berichte und Beschwerden über diskriminierende Methoden von Gürtellokalen die Runde gemacht. Meist ging es um Türsteher, die Gäste wegen deren Hautfarbe abwiesen. Meist waren das Burschen, die aussehen, als würden sie aus Nordafrika oder Südasien stammen. Die Vorwürfe trafen nicht nur vornehme Cocktailbars und Billigdiscos, sondern auch alternative Lokale, die für ihre Weltoffenheit und emanzipatorische Haltung geschätzt werden.

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