Das Schweigen der Hämmer

Wahlkämpfer buhlen um die Arbeiter. Dabei sind die Proletarier längst verschwunden oder nach rechts abgewandert. Die Identitätspolitik löste den Klassenkampf ab. Was tun?

MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 37/17   

Gender schlägt Klasse: Der tschechische Künstler Roman A. Muselik zitierte in „Mähers Braut“, 1988, kommunistische Propaganda (Foto: Roman A. Muselik)

In Wahlkampfzeiten erinnern sich Politiker an einen Begriff, der mythische Bilder hervorruft, die Arbeiterschaft oder – noch klangvoller – das Proletariat. Der Sozialdemokrat Martin Schulz wirbt im Wahlkampf für den deutschen Bundestag um die Malocher, sein österreichischer Kollege Christian Kern, ebenfalls auf Stimmenfang, lässt sich in einer Montagehalle fotografieren, in der Nähe des kleinen Mannes, der hart arbeitet.

Dabei haben die hiesigen Sozialdemokraten mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie ihre Nachbarn. Vor 17 Jahren waren 44 Prozent der Leute, die der SPD die Stimme geben wollten, Arbeiter, heute sind es nur noch 17 Prozent. Angestellte und vor allem Rentner wählen die ehemaligen Hacklerparteien. Was ist mit der ehemals so stolzen Klasse passiert?

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