Spielst du auch Geige?

Katharina Janoska moderiert, schreibt Bücher und spricht aus, was sie stört. Die kritische Intelligenz im Burgenland hat mit der jungen Frau mit Roma-Wurzeln eine Stimme mehr

LANDLEBEN | BARBARA TÓTH | aus FALTER 28/17   

Foto: Emmerich Mädl

„Ich als Romni“ oder „für eine Romni wie mich“ sind Worte, die Katharina Janoska inzwischen mit einer fröhlichen Selbstverständlichkeit sagt. Janoska ist eines der interessantesten jungen Gesichter in Burgenlands nicht gerade üppiger intellektuelle Szene. Und sie hat Roma-Wurzeln, lässt sich aber schon lange nicht mehr alleine darüber definieren. Mehr noch: In ihren Büchern und Vorträgen sucht die gerade einmal 29-Jährige nach dem Verbindenden statt dem Trennenden zwischen der Roma-Minderheit und der jeweiligen Mehrheitsgesellschaft. Sie repräsentiert damit einen neuen, unverkrampften Zugang zum Thema Minderheiten. Weit entfernt vom Opferdiskurs des armen Roms, der unterdrückt wird. Aber auch weit entfernt von falsch verstandenem Ethnienstolz, der schnell ins Romantische abgleitet.

Dass Janoska das Wort Romni so locker über die Lippen kommt, war nicht immer so. Ihr Vater, der Komponist Ferry Janoska, stammt aus einer im Seewinkel bekannten, weitläufigen Roma-Musikerfamilie, ihre Mutter ist Tirolerin. Ihre ersten vier Lebensjahre verbrachte Katharina in Tirol, dann zog die Familie nach Neusiedl am See ins Burgenland. Eine „Janoska“ zu sein hieß damals umgangssprachlich, eine „Zigeunerin“ zu sein. Als der Attentäter Franz Fuchs im Namen seiner selbsternannten Bajuwarischen Befreiungsarmee in Oberwart vier Rom mit einer Rohrbombe ermordete, war Katharina sieben Jahre alt. Sie lernte ihre Wurzeln zu kaschieren. Erst als Teenager begann sie sich für ihre Familiengeschichte und die Traditionen des Roma-Zweiges ihrer Vorfahren zu interessieren.

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