Der lange Atem

Dass das AKH unter Thoraxchirurgen als Spitzenadresse gilt, hat mit den osteuropäischen Nachbarstaaten zu tun und damit, dass in Österreich jeder, bis auf Widerruf, als Organspender gilt

STADTLEBEN | EVA KONZETT | aus FALTER 01-02/17   

Illustration: Lukas Weidinger

Das Mobiltelefon muss immer aufgeladen sein. Der Akkustand auf dem Display in sattem Grün. Und in der Hosentasche muss das Telefon stecken, zumindest in Reichweite. Keiner kann wissen, wann der Anruf kommt. Ob man beim Nachbarn sein wird oder vielleicht im Gasthaus gegenüber, bei der Geburtstagsfeier des Kindes oder einfach zu Hause im Bett. Jede Minute kann das Telefon klingeln, kann am anderen Ende eine Stimme ruhig den Satz sagen, der das eigene Leben verändern wird; es wieder in Ordnung bringen soll: „Guten Tag. Wir haben eine Lunge für Sie!“

In Österreich warten derzeit 52 Personen auf eine passende Spenderlunge. Die meisten leiden an der chronischen Erkrankung COPD, an Lungenfibrose oder einer Cystischen Fibrose im Endstadium oder an Lungenhochdruck. Hinter den verschiedenen Diagnosen steht für die Betroffenen eines: eine Krankheit, die den Alltag bestimmt, ihn deutlich beeinträchtigt, das Leben akut bedroht. Der Einkauf? Eine Zitterpartie! Eine Bergtour? Keine Chance. Das Sauerstoffgerät als ständiger Begleiter, jede Stufe eine Qual. Manchen Patienten geht es so schlecht, dass sie überhaupt nur noch mithilfe von Maschinen leben können. Ein Spenderorgan ist ihre einzige Überlebenschance.

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