Der Traum von Schinkensemmel, Bensdorp und Sozialdemokratie

Christine Nöstlinger wird 80. Sie ist nicht nur die bekannteste Kinderbuchautorin Österreichs, sie ist vor allem auch eine politische Frau. Ein Gespräch über ihre Politisierung, ihre Abneigung gegen Erziehung, die „Heitler!“-Rufe in Hernals und die Political Correctness in Kinderbüchern

FLORIAN KLENK, STEFANIE PANZENBÖCK | aus FALTER 41/16   

Gegenüber vom Hannovermarkt, hoch oben über den Dächern, wohnt in einem alten Zinshaus Christine Nöstlinger. Sie stützt sich auf einen Rollator, in dessen Körbchen die Zeit liegt. Sie wirkt gebrechlich, zierlich, die große linke Autorin wird schließlich 80. Aber kaum sitzt sie, lächelt sie verschmitzt und erzählt und erzählt. Eine Stunde dauert das kluge, lustige und zeitgeschichtliche Gespräch mit der beliebtesten Kinderbuchautorin des Landes.

Falter: Frau Nöstlinger, in Ihrem kürzlich verfilmten Werk „Maikäfer flieg!“ beschreiben Sie Ihre Erlebnisse während der letzten Tage des Krieges. Sie berichten von eingestürzten Häusern, verschütteten Nachbarn und Bomben, die aus den Flugzeugen fallen. Wenn Sie heute die Flüchtlingskinder in Wien sehen, fällt Ihnen Ihre Kindheit im Krieg wieder ein?

Christine Nöstlinger: Nein, das lässt sich nicht vergleichen. Für ein Wiener Kind war ja die Zeit, in der die Bombenangriffe sehr heftig waren, eine relativ kurze, das waren ein paar Monate. Bombenangriffe hat es gegeben, wir haben in den Keller müssen, die Sirenen haben geheult, aber gegenüber dem Los eines syrischen Kindes war das relativ wenig, glaube ich.

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