Zur Kontrolle!

Diese zwei Biologen untersuchten 1000 Gesundheitsartikel in österreichischen Medien. Ihr Befund ist katastrophal

MEDIEN | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 23/15   

Foto: Christian Wind

Foto: Christian Wind

Die Tiroler Tageszeitung packte ihre beste Nachricht des Tages in eine Kurzmeldung und illustrierte sie mit Pralinen. „Schokolade als Turbo für die Diät“, lautete die Schlagzeile am 26. März. „40 Gramm Bitterschokolade pro Tag helfen beim Abnehmen, stellten Forscher des Instituts of Diet and Health in einer Studie fest, die in den International Archives of Medicine veröffentlicht wurde.“ Die Kalorienbombe als Schlankmacher? Das klang zu schön, um wahr zu sein. Aber es stand da, links unten auf Seite 21, im Ressort Leben, Schwarz auf Weiß.

In Deutschland lachten sich derweil Diana Löbl und Peter Onneken ins Fäustchen. Die beiden Journalisten erfanden diese Falschinformation und bliesen sie in die Öffentlichkeit. Am Freitag läuft ihre Dokumentation „Schlank durch Schokolade – Eine Wissenschaftslüge geht um die Welt“ auf Arte. Löbl und Onneken legen darin ein Versprechen ab: „Wir werden beweisen, dass es möglich ist, mit minimalem wissenschaftlichem Aufwand etwas Absurdes zu belegen, das eine wissenschaftliche Veröffentlichung übersteht und weiter publiziert wird.“

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