Die Schande von Stein

In Österreichs größter Justizanstalt nehmen Beamte Verwesungsgerüche wahr. Dann öffnen sie die Tür. Der Justizminister spricht von einer "Katastrophe"

POLITIK | FLORIAN KLENK | aus FALTER 21/14 | 2 Kommentare   

Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Am Morgen des 10. März nehmen die Beamten der Justizanstalt Stein im Hochsicherheitstrakt West 1 eine „Geruchsbelästigung“ wahr. Sie rufen einen Vorgesetzten am Diensttelefon an, Amtsinspektor Walter Schöberl. Er möge dringend kommen, es gebe Probleme mit einem „geistig abnormen“ Insassen, der nicht zum Arzt wolle.

Amtsinspektor Schöberl lässt den Haftraum des Insassen mit der Nummer 87500 öffnen. Ein alter Mann mit dick eingebundenen Beinen blickt ihn an: Wilhelm S., 74 Jahre, gelernter Kellner, „geistig abnorm“, seit 1995 inhaftiert.

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2 Kommentare zu “Die Schande von Stein”

Paul Glaser, 21. Mai 2014: Leider ist ein ähnlicher Fall auch in München passiert - mit dem pikanten Ausgang , dass der kritisierende stellv. Leiter der Anstalt wegen Amtsverrat angeklagt wurde.....der Insasse war der Todesschütze von Dachau ,welcher auf Grund des schweren Diabetes " Fäulnisgeruch " produzierte.

Petra Winter, 6. Juni 2014: Der Falter verkommt auch immer mehr zu einem Schmierenblatt. Aufdecken ja, aber bitte wenn, mit genügend Hintergrundinformation wie es dazu kommen konnte. Jetzt wird wieder der "kleine Mann" bestraft, der am wenigsten für diesen gravierenden Strukturmangel kann. Im Gegenteil. Die Leute an der Front beklagen sich schon seit Jahren über einen unerträglichen Zustand in den Haftanstalten, was aber widerrum keinen interessierrt.

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