Lobbystan forte

Wie Lobbyisten eines Waschmittelkonzerns und die Innenministerin die österreichische Drogenpolitik attackieren

POLITIK | FLORIAN KLENK | aus FALTER 17/13 | 9 Kommentare   

Der Leiter des Referats für Substitutionsfragen der Ärztekammer. Der Leiter des Referats für Drogentherapie. Der Wiener Drogenkoordinator. Der Drogenbeauftragte der Stadt. Der Mitbegründer der Gesellschaft für arzneimittelgestützte Behandlung von Suchtkranken:

Es war eine hochkarätige Expertenrunde, die sich da vergangene Woche zu einer Pressekonferenz im Café Landtmann versammelte. Die Herren Ärzte, seit Jahren in einer wohlfahrtsstaatlichen Drogenpolitik engagiert, sind wütend.

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9 Kommentare zu “Lobbystan forte”

irene promussas, 26. April 2013: ganz herzlichen dank auch hier nochmals!!! als apothekerin, die viele subsitutitonspatientinnen betreut bin ich zutiefst dankbar für diese ordentliche recherche nach all dem nicht hinterfragten publizierten schwachsinn der letzten tage!

wolfgang ryska, 26. April 2013: beweis: unabhängigkeit in ö-politik! 1. konservative politikerinnen sind nicht abhänngig von expertInnenmeinungen und sachlicher fachlichkeit 2. weltweit tätige konzerne sind nicht abhängig von österarmen politikerInnen

Meine Meinung, 28. April 2013: Bravo und Respekt für diesen fundiert recherchierten Artikel! Gut, dass es solche Journalisten in Österreich gibt. Auch wenn es leider nur allzu wenige sind. Alles Gute, Herr Klenk.

Josef Rohaczek, 28. April 2013: Ein trauriges Kapitel wurde hier verständlich zu Papier gebracht. Ich möchte mich dafür herzlich bedanken. Josef Rohaczek, Elternkreis Wien, Verein zur Förderung der Selbsthilfe für Angehörige von Suchtkranken. www.elternkreis.at

Herbert Mayrhofer, 28. April 2013: Ausgezeichneter Artikel - aus Sicht von Mundipharma (und Lannacher). Die Konkurrenzfirma Reckitt Benckiser wird schlecht dargestellt, wie sie versucht mit verschiedenen und fragwürdigen Mitteln die Diskussion und letztlich die Gesetzgebung zu Gunsten ihres Substitutiosnmittels zu beeinflussen. Verschwiegen wird hingegen die Geschichte vom Lobbying der Firma Mundipharma, welches schon vor Jahren und immer noch erfolgreich zugunsten ihres Präparates "Substitol" betrieben wird. Dieses Lobbying wirkt nachhaltig und hat bisher verhindert, dass die Zulassung von retardierten Morphinen in der Substitution suspendiert wird, obwohl deren negative Nutzen-Schadens-Bilanz aufgrund des hohen Mißbrauches schon lange evident ist. Das Reckitt Benckiser versucht Marktanteile zu gewinnen, möglicherweise auch mit bedenklichen Methoden, bedeutet nicht, dass die retardierten Morphine geeignete Mittel für die Drogensubstitution sind. Unabhängig von Firmeninteressen hat das Gesundheitsministerium die Pflicht, die Zulassung zu hinterfragen, z.B. im Zusammenhang mit der überhöhten Drogentodesrate in Österreich trotz massiv angestiegener Substitutionsbehandlungen.

kinder und jugendliche, 29. April 2013: Kinderstorys erfinden - ist ein äusserst bequemes mittel, um stimmungen zu erzeugen. als kinder-u. jugendpsychiater, der seit vielen jahren in der behandlung und betreuung von suchtgefährdeten und abhängigen jugendlichen tätig ist,verwehre ich mich eindrücklich gegen solche maßnahmen, die ausschliesslich der panikmache und völligen realitätsverzerrung dienen. aus meiner langjährigen erfahrung mit jugendlichen, die drogenprobleme haben,bin ich betroffen und irritiert bezüglich der seit wochen andauernden diskreditierung einer sinnvollen und über-lebensrettenden behandlungsmethode. allein die tatsache, dass in den letzten 10 jahren die substitutionsbehandlungen der unter-18-jährigen von 190 auf 9 gesunken ist, lässt doch eher von einem erfolg sprechen. darüber hinaus hat die behandlung und betreuung von jugendlichen substanzkonsumentinnen mittlerweile eine hohe qualität in ihren angeboten entwickeln können - die substitution hat sie überleben lassen und erst den weiteren betreuungs-u. reheabilitationsmaßnahmem zugänglich gemacht, damit es eben zu keinen "kinderstorys" kommt.

karl nemec, 29. April 2013: satte recherche,kann die richtigkeit des inhalts aus eigener erfahrung als substuitutionarzt bestätigen. daß sich eine firma so einbringt und die politik so zahlbar ist ,ist eine neue qualität hierzulande,oder vielleicht bin ich nur naiv.ob mikl und lang wissen,was sie tun ist mir nicht bekannt,kdolsky eher schon.

Lackner Alexander, 4. Mai 2013: es ist die Meinung des Falters dass das jetzt erst passiert ??? kleines Bespiel das Medikament Compensan http://www.pharmazie.com/graphic/A/87/1-25187.pdf welches ebenfalls zur Substitution eingesetzt wird, wird mit KEINEM WORT ERWÄHNT !!!!!! schauen wir mal weiter: Hersteller sind die G.L. Pharma, Lannach. http://www.lannacher.at/index.php?lang=de&pg=ueber .... und siehe da, wer ist da der Geschäftsführer? Martin Bartenstein http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Bartenstein und wann wurde das Medikament zugelassen? 15. Dezember 2003 und wer war damals Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit ???? Richtig !!! MARTIN BARTENSTEIN also runter von den Pferden und nicht nur das Substitol verteidigen, sondern auch andere Medikas unter die Lupe nehmen !!!!

Klaus Mueller, 9. Mai 2013: "Gabriele Fischer, die für das Projekt verantwortlich zeichnet, beteuert, persönlich „null Euro“ von Reckitt Benckiser bekommen zu haben." Die Firma ist doch eine englische, also wird sie nicht lügen, ...wenn es GBP (engl. Pfund) waren. Auch die explizite Einschränkung "persönlich" macht stutzig: war's eine unpersönliche Banküberweisung? Tja, lesen muss man können. Diese Leute arbeiten nun mal mit solchen Tricks.

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