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Wie Facebook und Twitter die arabische Demokratiebewegung beschleunigten

MEDIEN | INGRID BRODNIG | aus FALTER 09/11   

Karim El-Gawhary steht an der libyschen Grenze. Er blinzelt in die Kamera, starker Wind zersaust sein Haar. Im Hintergrund sieht man das blaue Mittelmeer, eine rötliche Wüstenlandschaft und weiße Autos. Der Journalist kommentiert fürs Fernsehen: „Ich weiß nicht, ob man es hier hinten sehen kann: eine lange Schlange, kilometerlange Schlange von Kleinbussen, die kommen, um Leute von der Grenze abzuholen.“ Die Menschen wollen raus aus Libyen, wo ein Diktator gegen sein Volk kämpft. Nur El-Gawhary will hinein, so wie viele andere Journalisten auch. Doch das libysche Regime verweigert die Einreise. Wer illegal die Grenze passiert, wird als Al-Kaida-Terrorist eingestuft, so die Drohung.

„In solchen Situationen muss man gelassen bleiben“, meint El-Gawhary wenige Minuten nach seinem Live-Auftritt am Telefon. Er ist ein echter Medienprofi. Seit 2004 leitet er das ORF-Büro in Kairo, zusätzlich schreibt er für Zeitungen wie Presse oder taz – und nebenbei facebookt und twittert er noch. „Waffen aus Kasernen wurden an Aufstaendische verteilt. Liby. Grenztruppen haben ihre Posten verlassen“, liest man beispielsweise auf 140 Zeichen. 3000 Menschen folgen dem Reporter alleine auf Twitter, und es werden täglich mehr.

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