Die Reformkostverächter

Die „Theaterreform“ hat in der Wiener Off-Szene viel bewegt. Jetzt müsste sie nur noch umgesetzt werden

WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 06/11   

Vielleicht ist es Ihnen auch schon aufgefallen: Wiens Theaterlandschaft hat sich ganz schön gemausert. Alle paar Monate wird eine neue Bühne eröffnet, und so viele junge Theatermacher wie heute hat es vielleicht noch nie gegeben. Hauptverantwortlich dafür ist die von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny vor acht Jahren eingeleitete „Theaterreform“, mit der das System der städtischen Theaterförderung grundlegend verändert werden sollte.

Die Ergebnisse der Reform können sich sehen lassen. In den letzten fünf Jahren wurden in Wien sieben Theater gegründet oder neu gestartet; rund 40 Prozent der zur Förderung eingereichten Projekte stammen von Künstlerinnen und Künstlern unter 30. Das Wiener Theater lebt. Das ist die gute Nachricht.

Es gibt aber auch eine schlechte: Auch nach acht Jahren sind wesentliche Punkte der Theaterreform noch immer nicht umgesetzt. Man merkt das unter anderem daran, dass alle Theaterleute über zu wenig Geld klagen. Das haben sie zwar immer schon getan. Aber würde die Theaterreform wirklich funktionieren, dann dürften eigentlich nur die jammern, die keine Förderung bekommen. Das Prinzip „Gießkanne“ (alle kriegen ein bisschen was) sollte durch das Motto „Ganz oder gar nicht“ ersetzt werden. Soll heißen: weniger Projekte fördern, die dafür aber ausreichend.

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