Die Frau mit den drei Elefanten

Frau im Schatten: Nach 24 Jahren verlässt Co-Direktorin Karin Bergmann das Burgtheater

WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 26/10   

Karin Bergmanns erster Wiener Winter war kalt. Auf den Straßen lag damals monatelang Schnee, und auch im Burgtheater ging es frostig zu. Es ist der Winter 1986/87, gerade hat Claus Peymann die Direktion von Österreichs Nationalbühne übernommen, und Karin Bergmann ist seine Pressesprecherin. In den Zeitungen tobt der Kulturkampf, in der Kantine raunzen die alteingesessenen Burgschauspieler und in Bergmanns Büro rufen immer wieder Wiener an, die sie einfach nur ein bisschen beschimpfen wollen.

„In den ersten Monaten sind wir behandelt worden, als wären wir Besatzer“, erinnert sich die Deutsche an die aufregende, aber auch ungemütliche Anfangszeit in Wien. 24 Jahre später sitzt sie immer noch (genauer gesagt: schon wieder) im Burgtheater; allerdings nicht mehr lange: Vor ein paar Wochen hat sie sich entschlossen aufzuhören. Der 30. Juni ist ihr letzter Arbeitstag.

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