Europas schwarzes Loch

Ein Dorf, 1500 Einwohner, 1370 Arbeitslose, zwei Frauen mit Jobs. Warum Arigona nicht in ihre alte Heimat zurückkehren will.

POLITIK | GERALD KNAUS | aus FALTER 41/07   

Eine Konferenz in Pristina, Montag, der 8. Oktober. Es geht um die Zukunft des Kosovo, nachmittägliche Müdigkeit greift um sich. Ein Japaner tritt ans Podium und vertreibt sie trotz leiser Stimme. Er sei „frustriert“: In anderen Balkanländern finanziere seine Institution, die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), jedes Jahr Infrastrukturprojekte im Wert von sechzig bis 200 Millionen Euro. Im Kosovo sind es weniger als fünf, das Hauptproblem ist der ungeklärte Status. Nach ihm spricht ein irischer Ökonom: Die Unsicherheit über die Zukunft des Kosovo ist zu groß, das ist ein Hauptgrund für geringe Auslandsinvestitionen. Nur zwanzig Prozent der Bevölkerung haben eine Arbeit, das sei erstaunlich.Wichtig ist Bildung, meint der Ire und fragt dann: Stimmt es, dass Kosovo pro Kopf die geringsten Bildungsausgaben in Europa hat? Danach bin ich eingeladen, über die Zukunft des Kosovo zu sprechen.Wir – meine Kollegen von ESI und ich – tun das seit Jahren, vor Studenten im Kosovo, in Denkfabriken in Washington, bei Politikern in Brüssel oder Berlin. Es geht dabei vor allem darum,Fakten zu benennen. Etwa: Die ökonomische und soziale Situation im Kosovo verschlechtert sich im achten Jahr nach dem Ende des Krieges. Auf jeden, der im Kosovo heute Arbeit hat, kommen schon fünf Angehörige, die von diesem einen Einkommen abhängig sind. Für junge Frauen sind die Aussichten besonders düster: Nur eine von zehn Frauen im erwerbsfähigen Alter hat Arbeit.Vorbilder gibt es wenige,

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