Gekommen, um zu gehen

Das Personal in steirischen Altersheimen hat zu wenig Zeit für unsere Großeltern. In manchen Heimen ist deshalb nur mehr die Grundversorgung gewährleistet. Und: Viele Pfleger sind ausgebrannt.

POLITIK | CHRISTIAN MAIER | aus FALTER 41/07   

Wenn Kurt Marat um dreiviertel sieben das Seniorenzentrum Eggenberg betritt, kommt es ihm manchmal vor, als würde er in ein ganz normales Miethaus gehen. Das Seniorenzentrum bietet eigene Garconnieren für seine Bewohner, die Gänge erinnern eher an ein Studentenheim. Öffnet der Pflegehelfer die erste Zimmertür, verflüchtigt sich der Eindruck. Die achtzigjährige Frau Walcher* blinzelt über den Rand ihres Bettes, ihre Augen sind vom Schlaf verklebt. „Kommt jetzt das Essen?“, fragt sie. „Ist heute Samstag?“

Es ist Freitag, kurz nach sieben, das Frühstück wartet auf dem Tisch. Kurt Marat setzt die Bewohnerin zunächst einmal im Bett auf, damit sich ihr Kreislauf stabilisiert, erst dann bietet er ihr seinen rechten Arm zum Aufstehen an. Dass dieser vollständig tätowiert ist, scheint die alte Frau gar nicht zu bemerken. Mit langsamen Schritten geht sie zum Esstisch.

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.




Alle Artikel aus FALTER 41/07 finden Sie ab dem Erscheinungstag der Printausgabe im FALTER-Archiv.


ANZEIGE