Außer Atmen

Auf seiner Reise zum Mittelpunkt der Welt steht er bei 214 Metern Meerestiefe – mit nur einem Atemzug. Der Wiener Herbert Nitsch ist der weltbeste Free Diver.

STADTLEBEN | MARTIN GANTNER | aus FALTER 41/07   

Sind Sie lebensmüde? „Nein“, sagt Herbert Nitsch bestimmt. Seine Schilderungen während der vergangenen zwei Stunden haben die Frage nahegelegt. Was der 37-jährige Wiener erzählt, klingt unglaublich, beängstigend und faszinierend zugleich. Mit breitem Lächeln berichtet Nitsch von Weltrekorden, von Tauchgängen ohne Sauerstoffflaschen, von einem Leben zwischen Himmel und Meeresboden. Herbert Nitsch ist von Beruf Pilot, seine Profession aber ist das Freitauchen. Darin ist er der Beste – der Welt. Doch bei eben jener letzten Frage verschwindet das Dauerlächeln aus seinem Gesicht. An dem Gesagten soll kein Zweifel bestehen: Nitsch ist nicht lebensmüde. Nitsch ist Apnoetaucher. Apnoe ist griechisch und heißt „ohne Atem“. Neun Minuten und vier Sekunden kann Nitsch die Luft anhalten. „Die ersten sechs Minuten sind kein Problem“, sagt er. Erst ab Minute sieben geht ihm die Luft aus. Doch damit nicht genug. Nitsch kann „ohne Atem“ nicht nur länger unter Wasser bleiben, als es Delfine für gewöhnlich tun, er taucht auch tiefer als je ein Mensch vor ihm. Im Juni dieses Jahres erreichte er auf der griechischen Insel Spetses die 214-Meter-Marke im „No Limit“-Tauchen. Bekannt wurde die Abfahrtsdisziplin des Freitauchens vor allem durch den Film „Le Grand Bleu“ des Franzosen Luc Besson. Zwei Männer, dargestellt von Jean Reno und Jean-Marc Barr, tauchen darin um die Wette. Am Ende stirbt der eine „im Rausch der Tiefe“. Im Film gilt es die 100-Meter-Marke zu schlagen. Reno geht weiter, kommt

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