Wir wollen Spaß!

Oft totgesagt, immer wieder auferstanden: Eine junge Generation von Musikern und Bands führt vor, dass Jazz eine vielversprechende Zukunft beschieden ist. Das französische Quintett noJazz zeigt in Graz, wie das geht.

JOACHIM SCHAUER | aus FALTER 28/07   

Wie tot ist Jazz? Über die Jahre hat immer wieder einmal jemand nachgefragt – für eine Todeserklärung hat es freilich nie gereicht. „Jazz is not dead, it just smells funny“, hat Frank Zappa schon 1974 gemeint, nachzuhören auf dem Album „Roxy & Elsewhere“. Und irgendwie stimmt das noch immer. Trotz aller Revivals ist die Musik diesen eigenartigen Geruch – nach fader formaler Strenge, nach endloser Wiederholung – nie mehr ganz losgeworden. Oder hat sich, wie Stuart Nicholson in seinem Buch „Is Jazz Dead? (Or has it moved to a new address)“ zu zeigen versucht, ganz einfach der Fokus verschoben? Wird innovativer Jazz, wie Nicholson glaubt, heute woanders gemacht als in seinem Ursprungsland Amerika, von einer breiten, kaum überschaubaren Szene zwischen Schweden und Südafrika, in der das globale Phänomen Jazz unbekümmert mit lokalen Traditionen vermischt wird? Dort, so scheint es, hat sich Jazz neu parfümiert. Dort darf er mitunter sogar richtig Spaß machen.

Die Grazer Jazzszene ist von dieser Entwicklung noch nicht voll erfasst. Einige der traditionellen Veranstalter haben die Lust verloren, sich nach Neuem umzuhören, den meisten fehlt das Kapital. Das zuletzt von Open Music im Grazer Café Stockwerk veranstaltete Konzert des portugiesischen Kontrabassisten Carlos Bica zählt da zu den Ausnahmen. Jüngere, aufgeschlossene Veranstalter haben es auch nicht leicht, wenngleich die Grazer Jazzwerkstatt mit ihrem „Fat Tuesday“ schon kräftige Lebenszeichen von sich gegeben hat (siehe Infobox).

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