Die heilige Barbara

Aus Wut über den Umfaller bei den Uni-gebühren trat Barbara Blaha aus der SPÖ aus. Die ÖH-Chefin ist keine austauschbare Mitläuferin, sondern eine Herzblutrote.

POLITIK | INGRID BRODNIG | aus FALTER 04/07   

„Alfred Gusenbauer hat heute erklärt, die Zeit der Opposition sei vorbei. Auf mich trifft das jedenfalls nicht zu, genauso wenig wie auf alle anderen SozialdemokratInnen, denen Inhalte wichtiger sind als ein Kanzlersessel.“ Enttäuscht und wütend zugleich klingt das E-Mail, das Barbara Blaha am 11. Jänner an die SPÖ schickte. Am selben Tag gab die Vorsitzende der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) bekannt, gemeinsam mit Sylvia Kuba, der Chefin des Verbands Sozialistischer StudentInnen, aus der Partei auszutreten. Mit einem Schlag avancierte Blaha zu einer „Galionsfigur des studentischen Protests“ (Standard), die bei Politdebatten im Fernsehen gute Figur macht – und zu einer Metapher für politisches Rückgrat. „Wenn sich die SPÖ von ihren Grundsätzen verabschiedet“, argumentiert die 23-Jährige, „muss ich mich von der SPÖ verabschieden.“ Die Reißleine zogen Barbara Blaha und Sylvia Kuba, weil die schwarz-rote Regierung die Studiengebühren beibehält – mit einer Änderung: Studenten können die Gebühr künftig mit gemeinnütziger Arbeit beim Staat abarbeiten, für sechs Euro die Stunde. „Da wurde gerade mal ein bisserl kosmetisch herumgedoktert“, ärgert sich Blaha. Diese Krot wollte sie ebenso wenig schlucken wie die 24-jährige Kuba, die erklärt: „Die Schmerzgrenze ist einfach überschritten.“ Dabei hätten Blaha und Kuba einfach auch die Zähne zusammenbeißen können. Um nach dem Studium – wie so mancher glatte Vorgänger in der ÖH – einen gutdotierten Posten in einem

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