Auf Bier gebaut

Am Areal des Reininghausparks soll ein neuer Stadtteil entstehen. So groß wie die halbe Grazer Innenstadt. Mit Ernst Scholdan ist dabei ein smarter Investor am Werk.

DONJA NOORMOFIDI, THOMAS WOLKINGER | aus FALTER 30/06   

Wenn Karl Kritschey heutzutage über die Reininghausgründe im Westen von Graz spaziert, fühlt er vor allem eines: Traurigkeit. Der Mittvierziger ist hier aufgewachsen, bis zu seinem neunten Lebensjahr hat er mit seiner Mutter in einer Dienstwohnung am Gelände gewohnt. “Das war ein eigener Stadtteil”, sagt er und lässt seinen Blick über baufällige Gebäude und leere Felder schweifen. Er spricht von der Zeit, als die Grundstücke noch der Brauerei Reininghaus gehörten – auch wenn das Bier schon seit 1948 in Puntigam gebraut wurde – und sich hier tagsüber an die fünfhundert Personen tummelten: Angestellte, Kinder und Arbeiter, die sich um die brauereieigene Landwirtschaft kümmerten. Da gab es sogar eine eigene Kegelbahn und vor allem Bier. “Das Bier brachte die Geselligkeit – obwohl nicht wirklich gesoffen wurde”, meint Kritschey, für den das Gelände ein Gefühl von Heimat verkörpert. Das hat er auch den Leuten von La Strada erzählt, im Rahmen des Straßentheaterfestivals wird die Geschichte der inzwischen verödeten Reininghausgründe noch einmal aufgerollt (siehe Infobox). Und in dieser könnte nun bald ein neues goldenes Zeitalter anbrechen. Geht es nach Ernst Scholdan, wird hier auf 525.000 Quadratmetern – immerhin die Hälfte der Fläche des ersten Grazer Bezirks – gleich ein ganzer Stadtteil neu entstehen. Mit den Planungsarbeiten für das größte städtische Entwicklungsprojekt der jüngeren Stadtgeschichte hat der 53-jährige

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem Abo-Onlinezugang:

Ihre Abonummer:   Ihr Passwort:  

Alle Artikel aus FALTER 30/06 finden Sie ab dem Erscheinungstag der Printausgabe im FALTER-Archiv!


Artikel kommentieren

Bitte geben Sie Ihren vollständigen Vor- und Nachnamen, sowie eine gültige E-mail-Adresse ein. Wir behalten uns vor, Kommentare mit unvollständigen Angaben oder unangemessenem Inhalt nicht zu veröffentlichen. Die geteilten Kommentare müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen, die inhaltliche Verantwortung trägt ausschließlich der Verfasser des jeweiligen Kommentares.

(wird nicht veröffentlicht)


*

ANZEIGE