Sandwiches und Panini

Schicht über Schicht lecker und so einfach: das Sandwich. Eine autobiografische Genussgeschichte

THURNHER AUF REZEPT / KNABBERN   

Foto: Irena Rosc

Mit Details aus meinem Leben möchte ich Sie nicht belästigen. Andererseits, in diesem Buch ein bisschen schon: Ich kann nämlich mein Leben in Sandwichform erzählen. In meiner Jugend gab es keine Sandwiches. Da herrschte das Schwarzbrot vor, und wenn Schulausflug war, bekam man ein Käsebrot mit: eine dünne Schicht Butter und eine dickere Lage Bergkäse zwischen zwei Schwarzbrotschnitten – das war’s. Erstmals begegnete ich dem Sandwich in England, mit sechzehn. Es war eine puritanische Variante: Zwei schmale Scheiben weiches Weißbrot, hauchdünn gebuttert, belegt mit einer haarfeinen Schicht Gurken oder mit einer hauchzarten Schicht hartgekochtes Ei, das war alles. Aber mit einem Schnitt diagonal geteilt, sodass man zwei Dreiecke mit nichts dazwischen hatte. Das war schon besser als nichts.

Erst in den USA erlebte ich als Student mein erstes Roastbeefsandwich. Sein Hauptmerkmal bestand in seinem Umfang: mehr als man in den Mund kriegte. Und dann triefte es aus dem Ding, denn es war nicht nur schichtweise Roastbeef drin, und zwar in rauen Mengen, sondern auch Mayonnaise, Gurken von knackiger Art, wie ich sie nie zuvor gegessen hatte, Tomatenscheiben, Salatblätter. Außerdem konnte man sich aussuchen, auf welcher Art Brot man das Ganze haben wollte: auf Roggenbrot, Weißbrot, getoastet und so weiter.

Die Amerikaner taten alles in ihr Sandwich. Spiegeleier und Truthahn, Huhn oder Speck, Salat und Tomaten. Auch nahm ihr Sandwich Zeppelinform an („Hero“); der Klassiker aber blieb das Dreieck, wenngleich mindestens doppelt so groß wie ein englisches Sandwich. Meine nächste biografische Etappe war die italienische. Sie teilte sich in zwei Richtungen. In die eher englisch inspirierte, also die des Tramezzinos, des diagonal geschnittenen, allerdings fantasievoller gefüllten Weißbrots. Und in die des heißen Paninos, dem wir uns hier widmen.


Rezept
für vier Personen (8 Brötchen)

Zutaten
16 Scheiben Sandwichbrot
1 Melanzani, 200 g Gurke
100 g Bresaola oder Parmaschinken
150 g Taleggio oder Stracchino
100 g geräucherter Putenschinken
Butter, Salz, Pfeffer
Salatblätter
frische Kräuter: Basilikum und Salbei
Backpapier

Zubereitung
Melanzani in 1 Zentimeter dicke Scheiben schneiden, auf dem Klappgrill ohne Fett grillen. Gurken schälen, Salat waschen und trockenschleudern. Entweder Sie belegen die Toastscheiben und geben alles in einen Klappgrill. Dabei besteht die Gefahr, dass das Innere zerdrückt wird.

Oder, weit besser, Sie toasten die Hälfte der Brotscheiben leicht vor, belegen sie mit Schinken, Gemüse und Käse, würzen mit Salz, Pfeffer und grobgehackten Kräutern und überbacken alles im Rohr bei 180° C, bis der Käse leicht schmilzt. Derweil toasten Sie die Deckel, die sie danach aufsetzen.