Marillenmarmelade

Machen Sie Ihre Marillenmarmelade selbst. Nicht, um für schlechte Zeiten vorzusorgen, sondern damit Sie ein besseres Frühstück haben!

THURNHER AUF REZEPT / FRÜHSTÜCK   

Foto: Irena Rosc

Kein Wiener Frühstück ohne Marillenmarmelade! Ob Toast oder Striezel, Semmerln oder kräftiges Schwarzbrot – dieser süßsäuerliche (und, so scheint mir, urösterreichische) Aufstrich harmoniert mit allem. Da die Qualität der Früchte festlegt, wie gut das Endprodukt ist – warum sollte es bei Marmelade anders sein als bei anderen Gerichten? –, haben Sie es selbst in der Hand, ein edles Produkt herzustellen. Sie können über den Grad der Flüssigkeit bestimmen (ich mag es eher weniger fest) und die Größe der Fruchtstücke (ich mag große Stücke drin). Ich rate also, einige Marillen nur sehr grob zu zerkleinern. Über den Flüssigkeitsgrad entscheidet die Kochzeit: je länger, desto fester. Man kann das während des Kochens prüfen, indem man einen halben Teelöffel Marmelade auf einen Teller gibt und so den Festigkeitszustand feststellt. Geliermittelhersteller geben zwölf Minuten Kochzeit an, das ist das Äußerste, Sie sollten mit weniger als zehn Minuten auskommen. Probieren Sie es.

Andere Prioritäten setzt eine Bekannte von uns, die Grund besitzt, deshalb des Öfteren Arbeiter zu verköstigen hat und daher feste Marmelade vorzieht („die essen sonst ein Glas pro Mann und Mahlzeit!“). Wir hingegen sind ja diszipliniert und vermögen unseren Konsum selber zu drosseln. Übrigens ist das Wort Marmelade, auf dem wir Österreicher in einem EU-Konflikt so stolz beharrten, urdeutsch. Deswegen nannte man die Deutschen in unseligen Zeiten „Marmeladinger“. Das altösterreichische Wort für Marmelade hingegen lautet, horribile dictu, Konfitüre.


Zutaten
1 kg Marillen, entsteint, nicht gehäutet
1 kg Zucker oder Gelierzucker
evtl. 1 Packung Quittin (Gelierhilfe)
ein Schuss Zitronensaft

Zubereitung
Man macht die Marmelade entweder mit Gelierzucker oder mit normalem Zucker und Quittin und geht nach Rezept auf der jeweiligen Packung vor. Dazu aber die Früchte, anders als auf der Packung angegeben, waschen, putzen, entkernen und dann erst wiegen. Man vermischt die Früchte mit dem Zucker und lässt sie eine Stunde stehen. Dann kocht man das Ganze auf, lässt es längstens zehn Minuten köcheln, schöpft den Schaum ab und füllt es heiß in saubere Gläser.