Ananascurry

Ein Highlight unseres ayurvedischen Buffets, pikant, gesund und schnell zubereitet

THURNHER AUF REZEPT / AYURVEDISCH   

Foto: Irena Rosc

Wir saßen auf einer offenen Terrasse, über uns ein Dach aus Kokosblättern, zwischen den Pfosten schweifte der Blick frei über endlose Kokoshaine aufs Meer, an eine von weißem Sand gesäumte Bucht. Und vor mir stand eine Schüssel mit Reisschleim, an dem ich lustlos würgte. Das war am Beginn meiner Ayurveda-Kur im südindischen Kerala, aber ich wusste ja, ans Buffet würde ich schon noch kommen.

Unter uns gesagt, war das ayurvedische Buffet auch keine kulinarische Offenbarung, trockene Rote Rüben, ein wenig inspirierter Gemüsereis, abwechselnd gern auch Gemüsenudeln (im Vergleich zum Reisschleim allerdings ein deutliches Upgrading). Und von manchen Gerichten gab es die lahme und die gutgewürzte Variante, „spicy“, grinsten die freundlichen Kellner. Was für uns „spicy“ ist, belächeln die bloß als fad.

Kurz, es lag in der Natur der Sache, dass unser Essen keine kulinarischen Höhepunkte bot. Draußen in den Lokalen schöpften sie Reis auf Bananenblätter, löffelten leckere Gewürzpasten daneben und gossen Zutaten ohne Ende darüber; wir aber wollten abnehmen und uns entschlacken und entgiften. Deswegen aßen wir brav das uns vorgesetzte milde Vegetarische. Niemals murrte jemand am Buffet.

Eine Speise fand dort die Zustimmung aller Gäste: ein mildwürziges Ananascurry. Wir haben den Koch für Sie danach befragt. In der indischen Küche wärmt man erst die Gewürze auf, um ihr Aroma zur Entfaltung zu bringen, und würzt nicht erst das fertige Gericht. In unserem Fall schwitzt man die Zwiebel an, fügt dann das Tomatenmark und die Ingwer-Knoblauch-Paste zu. Die bereitet man einfach, indem man geschälten Knoblauch und geschälten Ingwer zu gleichen Teilen mixt.

Auch das Tomatenmark stellt man am besten selbst frisch her. Falls man außer Ananas noch Gemüse zufügen will (Erbsen, Fisolen, Erdäpfel), soll man sie vorkochen. Das Curry selbst ist fertig, wenn alle Gewürze drin sind. Obst und Gemüse lässt man dann nur noch ein paar Minuten mitköcheln.


Rezept
für 4 Personen

Zutaten
300 g Ananas, in Stücke geschnitten
1 kleine Zwiebel, feingehackt
1 EL Ingwer-Knoblauch-Paste
3 frische grüne Chilis, längs aufgeschnitten
4 mittlere Tomaten (ev. Pelati)
1 TL Kurkuma
1 TL Korianderpulver
1 TL Garam Masala
2 EL Sonnenblumenöl, Salz, Pfeffer, Koriandergrün und Curryblätter zur Dekoration

Zubereitung
Tomaten schälen, entkernen, mit etwas Salz, Zucker und 2 EL Wasser einkochen, passieren. Zwiebel in Öl glasig anschwitzen, Ingwer-Knoblauch-Paste und Tomatenpaste einrühren. Chilis entkernen und zufügen. Ein paar Löffel Wasser zugeben und weiterrühren, bis sich etwas Öl absetzt. Restliche Gewürze, gegebenenfalls (vorgekochtes!) Gemüse und die frischen Ananasstücke beifügen. Nicht mehr erhitzen, nur noch ein paar Minuten ziehen lassen. Korianderblätter hacken, Curryblätter grob schneiden, beides zugeben, servieren.