Zwetschken reif, jetzt waaß i’s, sind des Powidls goldne Basis

GRUNDKURS KOCHEN / MARMELADE, OBST | 5.9.2018
  

Foto: Birgit Wittstock

Die Zwetschkensaison hat begonnen, und weil uns das nicht Powidl ist, kochen wir diese Woche genau diesen ein, damit wir in den kalten Monaten genug vom schwarzen Küchengold für zahllose Palatschinken und Knödel haben.

Der Powidl -bei den Deutschen als Zwetschkenmus und bei Luxemburgern angeblich als Quetschkraut bekannt – ist im Grunde nichts anderes, als eingekochter Zwetschkengatsch -je nach Geschmack mit Rum, Zimt oder Ingwer verfeinert. Klingt einfach, ist es auch, solange man nicht an der Basis scheitert: süße, überreife Zwetschken. Und die sind -jeder Supermarkteinkäufer weiß das – schwer zu bekommen. Selbst für jene, die einen Zwetschkenbaum ihr Eigen nennen, denn reife Früchte liegen meist längst in der Wiese und werden von allerlei Getier gejausnet. Also: ausgiebig prüfen, ob die Zwetschken auch wirklich süß, weich, saftig und reif sind!

Dann nehmen wir ihrer fünf Kilo, waschen und entkernen sie und schneiden sie in kleine Stücke. Sollten die Zwetschken nicht die gewünschte Süße haben, karamellisieren wir in einem großen Topf vier EL braunen Zucker, fügen die Zwetschken hinzu und löschen sie mit zwei cl guten Rums ab. Nun die Zwetschken unter ständigem Rühren mit drei Zimtstangen aufkochen. Wenn das Zwetschkenmus zu blubbern beginnt, Hitze auf kleinste Stufe reduzieren. Den Topf nicht zudecken, denn die Flüssigkeit muss ja verdampfen! Die Früchte langsam – fünf bis sechs Stunden -einkochen und Vorsicht: Das Mus brennt gerne an, also immer wieder umrühren! Der Powidl ist fertig, wenn die Masse nicht mehr vom Messer rinnt. Nun in mit kochend heißem Wasser ausgespülte Gläser mit Schraubverschluss füllen.