Perlenkönig

Wie Kokichi Mikimoto den Juwelenmarkt revolutionierte

von Thomas Reinberger | aus COMPLETE LUXUS 2/17   

Foto: Mikimoto, Nacasa & Partners inc.

Zuchtperlen sind erst seit rund 100 Jahren fester Bestandteil des Schmuckhandels. Die Kultivierung durch Menschenhand ist aufwendig. Der Japaner Kokichi Mikimoto (siehe Foto) wagte es dennoch. In den späten 1880er Jahren eröffnete er Japans erste Perlenzuchtfarm. Für ihn war es eine Zeit des Scheiterns und der Fehlversuche. Erst Ende 1893 gelang Kokichi der Durchbruch. Er kultivierte eine Zuchtperle, die in Farbe und Optik nicht von Naturperlen zu unterscheiden war. Mit diesem Kleinod im Gepäck bereiste er Europa und Amerika. Sein Weg führte ihn auch in die privaten Gemächer des Erfinders Thomas Edison. Für diesen war die Perlenzucht ein Faszinosum. Bei einem Treffen soll er Mikimoto zugeflüstert haben: „Es gibt zwei Dinge, die ich in meinem Labor nicht herstellen kann – Diamanten und Perlen!“ Die „New York Times“ berichtete ausschweifend über die beiden Visionäre. Ein Glücksfall für den Japaner. Über Nacht wurden seine Zuchtperlen zu Shootingstars. Kokichi Mikimoto verstarb 1954 – doch sein Traum, den er einst formulierte, lebt weiter: „Ich würde gerne die Hälse aller Frauen dieser Welt mit Perlen verzieren.“



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