Auf den Wegen großer Töchter – warum die Straßennamen in der Seestadt weiblich sind

  
Titelbild Strassennamen

Kaffeehaus-Legende Josefine Hawelka, die französische Sängerin Édith Piaf und die jüdische Publizistin Hannah Arendt – sie alle waren Namensgeberinnen für Straßen, Plätze und Parks in der Seestadt.

Cornelia Bredt von Marketingabteilung der Wien 3420 Aspern Development AG erklärt im Audio-Interview, was dahintersteckt:



In Wien stehen 200 weibliche Straßennamen etwa 3.750 männlichen gegenüber. Daher wurde beschlossen, alle Straßen, Gassen und Plätze in der Seestadt, die nach einer Person benannt werden, nach berühmten Frauen zu benennen. Aber wer entscheidet überhaupt, wie eine Straße oder ein Platz heißen soll?



In der Seestadt ist die Wien 3420 AG für den Citynaming-Prozess zuständig. Gemeinsam mit dem Wiener Institut für sozialwissenschaftliche Dokumentation und Methodik (WISDOM) und den zuständigen Magistratsabteilungen wurden sechs unterschiedliche Kategorien entwickelt, aus denen man Straßennamen ziehen kann. Jeder Name in der Seestadt sollte also aus einer dieser Namenswelten kommen:



Die Wien 3420 AG erstellt auf Basis dieser Namenswelten eine Liste mit Namen. Im Idealfall sind diese so überzeugend, dass die Kulturkommission dann sowohl auf Bezirks-, als auch auf Gemeindeebene Namen aus dieser Liste auswählt. Die Kulturkommission ist allerdings nicht verpflichtet, einen der vorgeschlagenen Namen zu wählen.

Bisher konnten sich die Bewohner noch nicht am Citynaming-Prozess beteiligen und Namen vorschlagen, weil der Prozess schon begonnen hat, bevor überhaupt die ersten Personen in die Seestadt gezogen sind. Das soll sich aber nun ändern:



Grundsätzlich gilt: Die Seestadt ist weiblich. Zu jeder Regel gibt es aber auch eine Ausnahme:



Und weil der Citynaming-Prozess noch nicht abgeschlossen ist, gibt es noch einige Namen, die bereits vorgeschlagen wurden und noch auf ihren Einsatz warten:



Was man bei der Benennung von öffentlichen Flächen laut Bredt jedoch nicht vergessen darf, ist die Langlebigkeit der Namen. Die Frauen, die bereits Namenspatroninnen von Straßen, Plätzen und Parks in der Seestadt sind, erfüllen genau diesen Faktor. Über sie wird man auch in Zukunft noch sprechen.

Ein paar der Frauen wollen wir Ihnen hier vorstellen.


Biographien:

Christine Touaillon:


Hannah Arendt:


Ilse Arlt:


Janis Joplin:


Maria Augusta Trapp:


Maria Tusch:


Die Wien 3420 Aspern Development AG ist die Entwicklungsgesellschaft hinter dem Projekt aspern Die Seestadt Wiens. Cornelia Bredt leitet in dem Unternehmen die Marketingabteilung und ist daher unter anderem für den Citynaming-Prozess zuständig.


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Autoren: Hannah Schilcher, Laura Graf, Elisabeth Bergmann