VERGANGENHEITSPOLITIK

Hurra, wir feiern den Schlussstrich!

Jubiläumsjahr 1918/2018: Unter der türkis-blauen Regierung droht das Gedenken an den Holocaust endgültig zum Ritual ohne moralischen Imperativ zu werden

Barbara Tóth BARBARA TÓTH | 07.11.2018

Was wären die Republiksfeierlichkeiten ohne ihre Republikskünstler? Sie sprechen aus, was Regierungspolitiker nicht mehr sagen können oder wollen.

„Von der Niedertracht als Staatsgewand. Von der Sehnsucht nach autoritären Verhältnissen. Von der Konjunktur des Schlechtmenschentums. Was uns bedroht, sind nicht die Ozonlöcher, sondern die Arschlöcher: Nachrichten aus Österreich“, nannte der Schriftsteller Peter Turrini seine Rede zum 100-jährigen Republiksjubiläum, die er vergangenen Dienstag auf Einladung von Noch-SPÖ-Chef Christian Kern bei einer Festveranstaltung des SPÖ-Parlamentsklubs im Palais Epstein hielt.

„Diese Regierung ist politisch fantasielos und frei von Moral. Sie kommt ständig mit dem Anspruch des Neuen daher und ist uralt“, sagte Turrini. Aber Österreich sei ja auch sein Land. Und er wolle es sich „von einem adrett zugerichteten jungen Mann in der Bundeskanzlerpose und von einer Horde Burschenschafter in Ministerbüros nicht mehr nehmen lassen.“

  2186 Wörter       11 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?