FEMINISMUS

Frauenpolitik, adieu!

Sibylle Hamann SIBYLLE HAMANN | 08.08.2018

Frauenministerin ist normalerweise kein Job, bei dem man sich sehr beliebt macht. Johanna Dohnal, die Österreich nachhaltig verändert hat wie nur wenige Menschen, war zeit ihres Lebens Zielscheibe von Hass – obwohl man in ihrer Amtszeit noch Briefe mit der Schreibmaschine tippen musste, um Öffentlichkeit zu finden. Über Helga Konrad (SPÖ) und ihre „Ganze Männer machen halbe-halbe“-Idee ergoss sich kübelweise Hohn und Häme – obwohl das, aus heutiger Sicht betrachtet, eine der wichtigsten gesellschaftspolitischen Kampagnen überhaupt war. Maria Rauch-Kallat (ÖVP) wiederum zog sich den Zorn der halben Nation zu, indem sie die großen Töchter dieses Landes in der österreichischen Bundeshymne vorkommen lassen wollte. Als schließlich Gabriele Heinisch-Hosek an der Reihe war, war schon die Meute in den sozialen Medien los.

Gute Frauenministerinnen wussten immer, dass sie auf heiklem Terrain unterwegs sind. Dass es bei der Gleichberechtigung der Geschlechter stets um Macht, Geld und Liebe geht – also um alles. Und dass der Widerstand in den eigenen Reihen oft genauso erbittert sein würde wie bei den politischen Gegnern. Gute Frauenministerinnen kämpften stets gegen die Machos in der eigenen Partei und machten sich dort Feinde. Gleichzeitig konnten sie auf eine gewisse Grundsolidarität von Frauen jenseits der Parteigrenzen zählen.

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