#METOO

Geh mit mir ins Bett! Willst du einen Job?

Ja, Männer dürfen weiterhin Damen in den Mantel helfen. Ja, sie dürfen ihnen Komplimente zu ihrem Aussehen, ihrem Witz und ihrer Intelligenz machen. Nein, sie dürfen niemals, niemals persönliche Avancen mit der Aussicht auf berufliches Avancement oder Druck verknüpfen. Weder in einem Chat und auch nicht angeduselt nach Mitternacht an einer Bar. Diese Zeiten sind einfach vorbei.

Barbara Tóth BARBARA TÓTH | 25.10.2017

Hätte er sie über Tinder getroffen, es wäre alles kein Problem gewesen. Tinder ist der Sex-Marktplatz der Generation Y. Wer einen unverbindlichen, einvernehmlichen Quickie will, lädt sich die App gleichen Namens (oder eine ähnliche) runter, loggt sich mit echtem oder Fantasienamen ein, stöbert durch die hunderten Profile, beginnt einen Chat, und wenn die Onlinechemie passt, kann es auch im echten Leben losgehen.

Reinhard Göweil, Chefredakteur der Wiener Zeitung, die dem österreichischen Staat gehört, fand Gefallen an einer regelmäßigen freien Mitarbeiterin, die seine Tochter hätte sein können. Er chattete mit ihr über Facebook, machte ihr verschwitzte Komplimente und stellte ihr angeblich auch einen Job in Aussicht. Sie reagierte völlig zu Recht empört. Er entschuldigte sich -und dachte, damit sei die Sache erledigt. Doch die Mitarbeiterin zeigte die sexuelle Belästigung bei der Gleichbehandlungsanwaltschaft an. Göweil wurde vergangenen Freitag entlassen. Er bekämpft die Entscheidung.

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