PRO & CONTRA FALL MAURER

Soll man Frauenhasser im Netz outen? Ja!

Die ehemalige Grünabgeordnete Sigrid Maurer hat einen Lokalbesitzer, der sie in einem Mail grob sexuell beleidigte, mit Adresse, Namen und Telefonnummer geoutet. Ist dieser digitale Pranger notwendig, um die Ziele der #MeToo-Bewegung durchzusetzen und übergriffigen Männern ihre Grenzen aufzuzeigen? Oder stachelt man damit den Mob an und errichtet den Medienpranger?

Barbara Tóth BARBARA TÓTH | 06.06.2017

Muss das wirklich sein? Als die ehemalige Grünpolitikerin Sigrid Maurer vergangene Woche einen Lokalbesitzer auf Facebook outete, weil er ihr zuvor via Facebook-Messenger geschrieben hatte, dass sie seinen „Schwanz“, den sie seiner Meinung nach beim Vorbeispazieren an seinem Lokal angeschaut hätte, „ohne Aufforderung in den Mund nehmen dürfe und bis zum letzten Tropfen aussaugen“ und ihn ihr „fetter Arsch“ zwar abtörne, aber weil sie prominent sei, würde er sie trotzdem gerne in diesen ficken, als Maurer also diese misogynen Unfassbarkeiten öffentlich machte, und zwar nicht nur den Screenshot der Nachrichten, sondern auch den Namen des Lokals und den Besitzer dazu, so, wie er sich in Facebook der Öffentlichkeit präsentiert, dachte ich mir zuerst: Muss das sein?

Es war ein solidarischer Reflex. Mit Maurer natürlich, nicht mit dem Lokalbesitzer. Müssen sich prominente Frauen wie Maurer im Jahr 2018 wirklich immer noch der Vertausendfachung dieser sexistischen Belästigungen und Beleidigungen aussetzen, ist es wirklich nötig, sich selbst so zu exponieren, damit sich endlich etwas ändert?

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