MIGRATIONSDEBATTE

Neulich in Köln

Sibylle Hamann SIBYLLE HAMANN | 05.01.2016

1. Bewegungsfreiheit

Beginnen wir beim Wichtigsten: bei der Freiheit. Und bei ihrer einfachsten Spielart: der Bewegungsfreiheit. Von A nach B zu gehen, einfach weil man Lust dazu hat. So banal diese Freiheit klingt – sie ist in vielen Weltgegenden, wo an jeder Straßenecke Wegelagerer stehen können, keineswegs selbstverständlich. Oft ist sie auch innerhalb einer Gesellschaft ungleich verteilt. Manche Gruppen haben mehr Bewegungsfreiheit als andere, und der dominanten Gruppe fallen die Einschränkungen der anderen oft gar nicht auf.

Ein Mann geht abends einfach nach Hause. Eine Frau auch. Aber sie geht im Licht der Straßenlaterne, in der Mitte des Gehsteigs, bloß nicht beschleunigen, um keine Unsicherheit zu signalisieren. Sie screent ganz automatisch die Gasse und wechselt die Straßenseite, wenn da zwei Typen herumstehen. Sie lauscht, ob Schritte hinter ihr schneller oder langsamer werden, und hält die Hausschlüssel in der Hand griffbereit. Alles Routine für Frauen, nicht weiter erwähnenswert, Männer kriegen es meistens gar nicht mit.

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