HAUS DER GESCHICHTE

Warum nicht eine Zahnbürste?

Das Haus der Geschichte soll Debatten auslösen. Es funktioniert jetzt schon: als Projektionsfläche

Heidemarie Uhl HEIDEMARIE UHL | 30.09.2015

Welches Objekt soll im österreichischen Haus der Geschichte zu sehen sein?“ Mit dieser Frage beendete der Historiker Philipp Blom sein Gespräch mit Ian Buruma bei der Vorstellung von Burumas Buch über das Jahr 1945 im Wien Museum. Blom sprach sich für das Dollfuß-Bild im Parlamentsclub der ÖVP aus. Buruma empfahl eine Zahnbürste – zur Erinnerung an die „Reibpartien“, die Pogrome in den „Anschluss“-Tagen des März 1938, als Juden und Jüdinnen gezwungen wurden, die Österreich-Parolen für die geplante Volksabstimmung von den Straßen zu waschen.

Diese Momentaufnahme ist symptomatisch: Sobald das Gespräch auf das Haus der Geschichte (HGÖ) kommt, wird kontrovers diskutiert: Was gehört hinein – und was keinesfalls. Wo soll es hinkommen? Wann soll die österreichische Geschichte eigentlich beginnen? Jede in Diskussion stehende ereignisgeschichtliche Zäsur – 1848, 1918 oder gar 996 -ruft Gegenargumente auf den Plan. Und, prinzipiell: Braucht es überhaupt ein Museum oder reicht eine Internetplattform?

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