HAUS DER GESCHICHTE

Hinterholz 8 – oder die Häuslbauer in der Burg

Wofür ein Geschichtshaus? Auch das neue Ideenpapier gibt keine Antwort

EVA BLIMLINGER | 16.09.2015

Die neuerliche Diskussion um ein Haus der Geschichte steht unter der politischen Prämisse „Claudia Schmied raus, Josef Ostermayer rein“. Es mag ja nachvollziehbar sein, dass der Bundesminister angesichts der Finanzkrise des Burgtheaters nicht gut auf seine Genossin zu sprechen war, aber deswegen alles mir nichts, dir nichts zu beseitigen, was in ihrer Zeit als Ministerin an Vorhaben geplant war, ist kleinlich. Da wurde ohne Not und letztlich ohne Begründung der genehmigte Umbau und die Neukonzeption des Weltmuseums infrage gestellt und nur mehr von einer „Redimensionierung des Weltmuseums“ gesprochen.

Das Redimensionieren hat schon mit Elisabeth Gehrer und Wilfried Seipel begonnen. Das Völkerkundemuseum (heute Weltmuseum) wurde gemeinsam mit dem Österreichischen Theatermuseum 2001 in den Museumsverbund des Kunsthistorischen Museums eingegliedert. Die viel beschworenen Synergieeffekte bestanden aber vor allem darin, dass das Minus im KHM, welches Seipel zu verantworten hatte, durch dieses unfriendly takeover der beiden Museen ausgeglichen werden konnte. Das Experiment war eigentlich nur für vier Jahre geplant. Von 2004 bis 2007 wurde das Museum für Umbauten geschlossen – keine Besucher und Besucherinnen mehr. 2010 lautete das Konzept: Volkskunde- und Völkerkundemuseum zusammenzulegen, als Museum neu, als Kulturenmuseum. Leider gescheitert, weil man gar nicht wollte, dass das ein eigenständiges Museum werden sollte. Und jetzt die Redimensionierung, kein Korridor des Staunens mit wunderbaren Objekten, keine Kooperation mit dem ZOOM Kindermuseum und damit keine Förderung der Neugier und des Interesses an den unterschiedlichen Kulturen und Lebensweisen. Das vordergründige und – man muss es sagen – falsche Argument von Ostermayer gegen den Umbau des Weltmuseums war selbstverständlich das Geld. Zu teuer wäre das, und außerdem sei die Berechnung der jährlichen zusätzlichen Betriebskosten in der Höhe von rund zwei Millionen Euro vergessen worden.

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