Vorlesen wirkt Wunder

Sie wollen Ihrem Kind einen Startvorteil verschaffen? Dann lesen Sie ihm vor!

KIWI | 15.07.2019
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Durch regelmäßiges Vorlesen wird für Kinder das Lernen leichter – und mehr Spaß macht es auch. Gleichzeitig lernt man auch das Vorlesen.
Leseratten sind vom Aussterben bedroht. Lesekompetenz und -begeisterung nehmen seit Jahrzehnten kontinuierlich ab. Fast die Hälfte aller Österreicherinnen und Österreicher liest mittlerweile selten bis nie ein Buch. Das ist alarmierend. Schließlich geht es beim Lesen um mehr als nur kurzweiligen Zeitvertreib. Es geht um Bildung und Mündigkeit, um Resilienz und Vorstellungskraft, um individuelle und gesellschaftliche Zukunftsaussichten.

Will man dem entgegenwirken, gilt es bereits bei den Kleinen anzusetzen: Die deutsche Vorlesestudie 2018 – eine Kooperation der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung Die Zeit und der Deutschen Bahn Stiftung – untersuchte die Bedeutung des Vorlesens in der Familie für Lernerfolge und Lebenswelten von Kindern im Grundschulalter. Das Ergebnis: Vorlesen hilft. Schon fünfzehn Minuten täglich reichen aus. Regelmäßiges Vorlesen verschafft einen signifikanten Startvorteil beim Lernen des Lesens und fördert den Schulerfolg im Allgemeinen. Kinder, denen vorgelesen wird, haben mehr Freude in der Schule und schneiden besser ab.

Die Studie zeigt auch die Benachteiligten auf: Eltern mit niedrigem Bildungsniveau lesen seltener vor; Buben wird weniger vorgelesen als Mädchen. Die Folge sind geringere Lese-und Lernkompetenz, die Schieflage in Sachen Bildungsgerechtigkeit setzt sich fort. Hier sind Schulen und öffentliche Einrichtungen gefragt.

 


Ein Beitrag aus HEUREKA 3/19 | Das Wissenschaftsmagazin aus dem Falter Verlag
Text von MARTINA NOTHNAGEL





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