Fixiert, ausgelacht, beschämt

86.000 Kinder werden in Wien in Kindergärten und Krippen betreut. Wie schaut der Alltag aus? Der Falter hat mit 20 Pädagoginnen gesprochen. Vier exemplarische Protokolle zeigen: Es herrschen vielerorts Überforderung, Hilflosigkeit und Gewalt

KIWI | 04.07.2019
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Ohne Nuckel geht es nicht. Bevor Anna* mit ihrer Tochter Lena* in der Früh das Haus verlässt, kontrolliert sie zweimal, ob sie für die Zweijährige tatsächlich alles Notwendige mithat. Zu oft musste sie auf halbem Weg mit dem weinenden Kind wieder umdrehen. Im durchgetakteten Morgen bedeutet das unnötigen Stress. Jeden Morgen von Montag bis Freitag bringt sie ihre Tochter in die Krippe, zwei Querstraßen weiter. Damit ist sie nicht allein. 86.000 Kinder werden in Wien in Krippen oder Kindergärten – sogenannten elementarpädagogischen Einrichtungen -betreut. Ganze Kolonnen an Menschen mit Buben und Mädchen an der Hand, Eltern, Großeltern, Geschwister, auf dem Fahrrad oder mit Kinderwagen, ziehen zwischen sieben und neun Uhr durch die Straßen dieser Stadt, zwängen sich in Straßenbahnen oder warten beim U-Bahn-Schacht auf den Lift, der sie in den Untergrund bringt. Mit den Kindern, die Kuscheltiere fest an die Brust gedrückt.

Es geht um 86.000 Kinder, deren Eltern darauf vertrauen wollen und müssen, dass der Nachwuchs in den folgenden Stunden gut aufgehoben ist. Denn mit der konstanten Kinderbetreuung stehen und fallen moderne Lebenskonzepte: Vor allem für Frauen und Alleinerziehende, die mehr als Teilzeit arbeiten.

Wien rühmt sich seiner mehr als 4500 Einrichtungen, 35 Prozent davon sind in städtischer Hand. Erste “Kinderbewahranstalten” gab es in der Stadt schon Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Rote Wien aber hat die Kindergärten flächendeckend ausgebaut und auch ideologisch ins Zentrum gerückt. Seit 2009 gilt in der Stadt der Gratiskinderbetreuungsplatz. Allein die städtischen Kindergärten stocken heuer ihr Platzangebot um 1400 Plätze auf.

Das ist die gut vermarktbare Seite. Die andere Seite erfährt, wer denjenigen zuhört, die jeden Tag die Betreuung der 86.000 Buben und Mädchen stemmen. Mit viel Leidenschaft für den Beruf. Mit noch mehr Aufmerksamkeit und Geduld für die Kinder. Immer am Anschlag. Und sehr oft überfordert. Wohin das führen kann, hat im April das Beispiel eines Meidlinger Kindergartens gezeigt (siehe Falter 18/19), wo Kinder mutmaßlich im Waschraum eingesperrt worden waren. Dort ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft.

Der Falter hat für diesen Artikel mit mehr als 20 Elementarpädagoginnen gesprochen, die meisten davon aus Wien. Sie berichten von ausgebrannten Betreuerinnen, von Gewalt an den Kindern, von Hilflosigkeit. Sie fühlen sich alleingelassen. Vier Gesprächsprotokolle sollen einen Einblick in den Alltag jener geben, die die Kinder übernehmen, wenn Anna, die anderen Mütter, Väter, Geschwister und Großeltern die Türen hinter sich zumachen. Die Protokolle sind aus wissenschaftlicher Sicht nicht repräsentativ. Sie geben im Querschnitt aber einen Einblick in die Lebenswelten der Kinder. Und jener, die sich bestmöglich um sie kümmern wollen -und an den Rahmenbedingungen scheitern.

Kindergartenpädagogin, 7 Dienstjahre, privater Kindergarten Wien, karenziert

Ich bin hochschwanger allein in der Kleinkindergruppe mit 15 Kindern gestanden. Rechtlich hätte ich die Kinder wegen der Schwangerschaft nicht einmal wickeln dürfen. Aber es war einfach niemand anderer da. Das Krippenjahr folgt immer demselben Muster: Wir beginnen im September mit der Eingewöhnung der Kleinen. Das ist wahnsinnig anstrengend. Und dann kommt noch Weihnachten, das muss man vorbereiten. Spätestens zum Jahreswechsel sind alle ausgebrannt, die Krankenstände steigen. Ich habe eine Kleinkindergruppe geleitet. Geholfen hat mir eine Assistentin. Unser Alltag? Eine hält alles in der Waage und die andere macht pädagogische Angebote. Individuelle Förderung bei den kleinen Kindern geht sich niemals aus. Am furchtbarsten ist die Mittagszeit, weil da die Assistentin das Essen holen und richten muss. Ich hatte dann 15 Kinder, die gewickelt gehören, ich musste die Schlafmatten vorbereiten, alles im Griff behalten. Wir haben immer geschaut, dass wir Zivis hatten und Ehrenamtliche holen und dass wir uns gegenseitig am Tag kurze Pausen freischaufeln, dass jeder einmal nach draußen gehen und durchschnaufen kann. Man will ja den Kindern gegenüber fair bleiben. Das ist manchmal schwierig. Wir waren auch unfair zu den Kindern. Auch ich bin manchmal einfach über sie drübergefahren. Aber nach Lehrbuch handeln kann ich unter diesen Bedingungen nicht.

Wir waren einfach überfordert im Team. Nicht nur einmal. Ich stand mit zwei großen Gruppen und einer Kleinkindgruppe draußen im Garten und dann ist ein Kind gegen die Rutsche gerannt: Platzwunde am Kopf. 45 Kinder, davon vier unter Dreijährige und ich: Da habe ich mir gedacht: Es ist fahrlässig, was wir hier tun. Nach der Karenz gehe ich studieren. Hoffentlich kann ich dann etwas ändern. Mein eigenes Kind? Das würde ich niemals in den Kindergarten geben, in dem ich gearbeitet hab.

Die Qualität der Kinderbetreuung hängt mit vielen Faktoren zusammen: Von der Ausbildung und Persönlichkeit des Personals, von der Infrastruktur. Am entscheidensten ist aber der Betreuungsschlüssel. In Wien darf laut Gesetz eine Vollzeit-Pädagogin 25 Kindergartenkinder ab zwei Jahren mit einer Teilzeit-Assistentin (siehe Glossar) betreuen. Für Kleinkinder unter zwei Jahren sieht das Gesetz eine Gruppengröße von 15 Kindern vor. Die Gruppe wird von einer Pädagogin gemeinsam mit einer Assistentin in Vollzeit geführt. So weit die Theorie. Die Praxis schaut anders aus: Allein 2018 hat die Stadt 583 sogenannte Nachsichte ausgestellt, also die temporäre Erlaubnis, eine Gruppe außerhalb des Betreuungsschlüssels zu führen. Bei einer Gruppengröße von 25 Kindern waren rund 14.000 Kinder betroffen. Dabei liegt die Anzahl der Betreuerinnen ohnehin weit unter den Empfehlungen von Bildungsexperten. Der Berufsverband der Kindergartenpädagogen und Hortpädagogen und -pädagoginnen ÖDHK fordert seit Jahren bei Kleinkindern ein Verhältnis von einer Betreuerin pro drei Kinder, bei Kindergartenkindern eines von eins zu acht. Und: Sie fordern, dass nur qualifiziertes Personal bei den Schlüsselberechnungen berücksichtigt wird. “Wir wollen nicht akzeptieren, dass z.B.,Helferinnen, Betreuerinnen, Assistentinnen’ bei den Schreibtischberechnungen von Menschen ohne Ahnung von der Bildungsarbeit mitberechnet werden”, sagt ÖDKH-Vorsitzende Raphaela Keller. Als Assistentin darf arbeiten, wer einen entsprechenden Lehrgang absolviert hat. Bei diversen Anbietern kann man einen solchen in fünf Wochen durchlaufen.

Die Stadt Wien verweist auf die Kosten: Im laufenden Jahr wird die Stadt für die bestehenden 4750 Kindergartengruppen für 0-bis 6-jährige Kinder knapp 900 Millionen Euro ausgeben. Würde in den bestehenden Gruppen die Gruppenzahl jeweils um nur ein Kind vermindert werden, stünden Mehrkosten für Personal und Infrastruktur von fast 80 Millionen Euro an. Geld, das die Stadt nicht hat.

Lehrerin an einer Bundesbildungsanstalt für Elementarpädagogik, 9 Dienstjahre

Als Lehrerin sehe ich bei der Betreuung meiner Schülerinnen fast täglich verschiedene elementarpädagogische Einrichtungen, städtische, private, konfessionelle. Was ich dort sehe, was ich höre, erschreckt mich: Es herrscht häufig ein rüder Befehlston, Kinder werden erpresst, Kinder werden am Arm gerissen. Ich stehe drinnen, aber mir sind die Hände gebunden. Ich kann die Missstände nur an die Inspektorin weiterleiten. Ich hätte gerne eine Möglichkeit einzugreifen oder zumindest eine Anlaufstelle, wo ich mich am Dienstweg vorbei melden kann. Ich habe erlebt, wie Kinder beim Essen an den Stuhl fixiert worden sind. Ich weiß, dass Auslachen als pädagogische Maßnahme eingesetzt wird. Da hat ein Kind eingekotet und musste sich in der Mitte der Gruppe aufstellen. Und dann haben alle gelacht.

Da gehört eingegriffen. Da reicht Besprechen und Reflektieren nicht mehr aus. Gewalt geht oft von den Betreuerinnen und Assistentinnen aus, also von jenen, die am wenigsten pädagogisch geschult sind. Da braucht es bessere, qualitativere Ausbildungen. Diese Frauen agieren ja auch mit der Gruppe.

Sie können den bestausgestatteten Kindergarten haben, es ist egal, wenn die Pädagoginnen und Pädagogen nicht gut sind. Es geht nur um sie, darum, wie sie arbeiten, welche Haltung und welches Werteverständnis sie haben. Sie brauchen die Fähigkeiten, sich in Kinder hineinzuversetzen und deren Gefühle wahrzunehmen. Wir brauchen einen besseren Betreuungsschlüssel. Die Pädagoginnen und Pädagogen sind oftmals überfordert. Viele Übertretungen entstehen aus der Überforderung heraus. Es gibt kaum bezahlte Vor-und Nachbereitungszeit und daher kaum die Möglichkeit, das eigene Handeln zu reflektieren: “Mach ich das überhaupt richtig?” Die Gewalt ist gang und gäbe in unseren Kindergärten und Kinderkrippen. Das sind keine Einzelfälle.

Wo hört Disziplinierung auf und fängt die Überschreitung an? In einer Umfrage zu Gewalt in elementarpädagogischen Einrichtungen der FH Campus Wien berichten die Hälfte der befragten Betreuerinnen, dass Kinder häufig oder mehrmals als Strafe von der Gruppe separiert werden und beispielsweise alleine in der Garderobe sitzen müssen. Sie berichten, dass oft Kinder zur Einzelarbeit gezwungen werden (“Bevor du das Puzzle nicht fertig hast, darfst du nicht aufstehen”), ein Drittel hat beobachtet, dass Kinder zum Schlafen gezwungen werden. Fast jede Zweite berichtet von “emotionaler Kälte in padägogischen Interaktionen”, ebenso viele davon, dass Kinder vor anderen “beschämt oder gedemütigt” werden. “Ganz schwer zu ertragen” sei das alles, so meint eine der Befragten. Geduldet wird es offenbar trotzdem -trotz behördlicher Meldepflicht. Für die Umfrage wurden österreichweit 271 Pädagoginnen und Assistentinnen befragt. Fazit: Nur weil die Kinder in den Krippen und Kindergärten nicht geprügelt werden, heißt es noch lange nicht, dass sie keiner physischen und vor allem psychischen Gewalt ausgesetzt sind.

Kindergartenpädagogin, 34 Dienstjahre

Mehr als mein halbes Leben stehe ich im Kindergarten. Ich habe immer in Gemeindeeinrichtungen gearbeitet, besonders gern an Brennpunkten. Da hat man das Gefühl, dass man etwas bewirken kann. Trotzdem kommen viele Kinder zu kurz. Ich gehe ganz oft mit einem schlechten Gewissen nach Hause und denke mir: “Das Mädchen oder der Bub hätte einfach mehr von mir gebraucht.” Aber die Kinder sind zwischen zwei und sechs Jahre alt und ich stehe den ganzen Tag mit 25 Kindern alleine im Raum. Da wird es immer schwieriger, dem einzelnen Kind gerecht zu werden. Vor allem die Leisen gehen unter. Es ist viel Frustration auch für die Kinder dabei.

Die Kinder können oft erschreckend wenig: Sich anziehen, selber essen, Danke sagen, das klappt alles nicht mehr. Die Eltern sagen, wir sind diejenigen, die erziehen sollen. Da kommt auch schneller eine Klage, wenn einmal etwas passiert. Das erzeugt Stress und Angst. Ein Kind bricht sich das Bein beim Rutschen, hat einen Kratzer von einem anderen Kind und schon geht es los. Ich bin selbst verklagt worden, weil ein Kind hingefallen war und sich schwer aufgeschlagen hatte. Ich bin sofort mit dem Kind ins Krankenhaus gefahren. Der Vater aber hat dann gedroht, dass er mich absticht. Zum Abschlussfest nach vier Jahren taucht dann aber niemand auf.

Ich stehe alleine im Raum, weil die Assistentin so viele Aufgaben übernehmen muss, dass sie nicht mit mir bei den Kindern ist: Essen richten, putzen, aufräumen, den Garten machen. Wir haben über das ganze Jahr gesehen vielleicht 14 Tage, an denen wir nach Dienstplan arbeiten. Wir planen keinen Tag voraus. Das läuft so, dass man sich mit den Kolleginnen in der Früh abspricht: “Wie schauen wir aus, wie machen wir es heute?” Und im Extremfall: “Wie überstehen wir die nächsten drei Stunden?”

Der Kindergarten wird heute als Antwort auf alle gesellschaftlichen Bruchstellen gehandelt: Er soll den Nachwuchs ganztägig betreuen, erziehen, er soll fördern und vor allem -wenn es nach der Politik geht -den Kindern Deutsch beibringen. Deshalb wurde 2009 ein verpflichtendes Kindergartenjahr eingeführt. Der ehemalige Bildungsminister Heinz Faßmann hat das Thema Elementarpädagogik als Schwerpunkt im eigenen Haus formal aufgewertet. Diesem ersten symbolischen Schritt müssen nun Taten folgen. Die Branche würde das zweite verpflichtende Kindergartenjahr im Sinne einer Professionalisierung begrüßen. Entsprechende Pläne scheiterten bislang. Als Bildungseinrichtung wird der Kindergarten weiterhin viel zu wenig verstanden. Auch einheitliche Standards harren der Umsetzung. Die Kindergärten bleiben Ländersache, was den Landeshauptstädten viel Spielraum ermöglicht: unter anderem, sich querzulegen.

Die vielfach geforderte Akademisierung der Ausbildung von Kindergartenpädagogen und -pädagoginnen soll dem Vernehmen nach auch aus den Ländern torpediert werden: Sie wollen oder können ein akademisiertes Betreuungspersonal nicht bezahlen.

Für das angebotene Gehalt sind aber immer weniger Frauen und Männer bereit, zu arbeiten. Dazu kommt die ausbaufähige Wertschätzung der “Kindergartentanten” in der Gesellschaft.

Kindergartenbetreiberin, 34 Dienstjahre

Ich habe 1998 einen Kindergarten mit Krippe als Privatunternehmen gegründet: Insgesamt betreuen wir 37 Kinder. Was sich ändern muss? Unser Image! Ganz groß hängt auf dem Stephansdom ein Plakat, auf dem steht: “Bildung beginnt im Kindergarten.” Jo eh. Aber wir sind nicht einmal der Bildungsdirektion in Wien, sondern der MA 11 (Kinder und Jugendhilfe, Anm.) unterstellt. Jede Volksschullehrerin ist eine Göttin gegen uns. Wir sind immer noch die Tanten. Ich werde mich jetzt anders orientieren. Nach 34 Jahren ist Schluss. Ich höre nicht der Kinder wegen auf. Wir sind ein kleiner Betrieb und ich hatte irgendwann hundert Jobs: Ich war die Betreiberin, die Leiterin, die Pädagogin, ich habe gekocht, die Buchhaltung gemacht und das Personalmanagement geschupft. Ich habe auch nichts gegen Kontrollen. Aber: Ein großer Träger kann zwei Gruppen temporär schließen und anderswo unterbringen. Wir können das nicht, nur weil ein Leintuch an der Wand hängt und dann behauptet wird, das sei feuergefährlich. Gedroht, dass man sofort die Einrichtung schließt, wird uns aber trotzdem. Am schlimmsten für mich ist die Personalsituation: Zwei Jahre lang habe ich eine Pädagogin gesucht. Zwei Jahre! Ich habe 2600 Euro brutto für 40 Stunden als Einstiegsgehalt geboten. Für dieses Gehalt muss man nicht weinen gehen. Aber es finden sich keine Pädagoginnen. Auf der anderen Seite bildet man in fünf Wochen Assistentinnen und in sechs Wochen Kindergruppenbetreuerinnen aus. Letztere dürfen dann in Kindergruppen 14 Kinder alleine betreuen. Das ist doch eine Frechheit. Beim Ärztemangel sagt man ja auch nicht: “Du hast selber Kinder, du weißt, welche Medikamente man bei Schnupfen gibt, ich gebe dir einen sechswöchigen Kurs und dann bist du Kinderärztin.” Kein Arzt würde sich das gefallen lassen.

Es fehlt landauf, landab an Fachpersonal

Von einem “österreichweiten Fachkräftemangel” spricht die MA10 (Wiener Kindergärten). Denn die Bundesbildungsanstalten für Elementarpädagogik bilden in fünf Jahren zwar Pädagoginnen und Pädagogen aus, aber am Markt vorbei. Mit 14 entscheiden sich vorrangig Mädchen für diesen Bildungszweig, schließen mit der Matura ab und machen dann etwas anderes. “Der überwiegende Teil steht am Markt nicht zur Verfügung”, heißt es aus der MA 10. Und die Ausbildung? Geschenkt! Die Stadt Wien geht mittlerweile so weit, dass sie dezidiert Erwachsene anspricht. In Floridsdorf werden in einem fünfsemestrigen Kolleg Frauen und Männer für den Alltag in den Krippen und Kindergärten vorbereitet. Diese, das zeigt die Erfahrung, üben den Beruf dann auch aus.

Anna wird wie jeden Tag die kleine Lena gegen fünf Uhr abholen. Das Mädchen begrüßt die Mama immer fröhlich. Anna hat keinen Grund, daran zu zweifeln, dass Lena in der Krippe gut aufgehoben ist. Dass sich immer weniger Frauen den Job antun wollen, kann sie trotzdem verstehen: “Das ist Knochenarbeit, die schlecht bezahlt wird und ohne Wertschätzung bleibt.”

Kindergartenpädagoge/-pädagogin Elementarpädagogen und -pädagoginnen durchlaufen meist die fünfjährige Bildungsanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP, früher BAKIP) und schließen diese mit Matura ab. Erwachsene können die Ausbildung an Kollegs nachholen. Laut Kollektivvertrag liegt das Einstiegsgehalt bei 2210 Euro brutto

Kindergartenassistent/in Sie firmieren unter verschiedenen Bezeichnungen: Assistentinnen, Betreuerinnen, Helferinnen. Allen Bezeichnungen gemeinsam ist die kurze Ausbildung: In einem mehrwöchigen Lehrgang werden die -meist -Frauen auf das Arbeiten mit Kindern vorbereitet. Sie sollen die Pädagoginnen unterstützen. Dafür bekommen sie laut KV 1470 Euro im Monat für Vollzeit

Kindergruppenbetreuer/in Die Kindergruppe hat eine andere Rechtsform als der Kindergarten. Sie ist konzeptuell an eine Großfamilie angelehnt, oftmals reden hier die Eltern bei der pädagogischen Ausrichtung mit. Die Leiter und Leiterinnen durchlaufen dieselbe Ausbildung wie Tagesmütter und -väter.

* Namen von der Redaktion geändert

EVA KONZETT | STADTLEBEN | FALTER 26/19 VOM 26.06.2019





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