Heldinnen der Nacht: Every girl is a Riot Grrrl!

KATHARINA SEIDLER | 28.02.2019   

There are not enough women to book“, steht auf dem Flyer der Rrriot-Festival-Eröffnungsparty, die am 1. März in der leerstehenden Traktorfabrik in Floridsdorf über die Bühne geht. Nonchalant widerlegt das Festival im selben Atemzug die faule Entschuldigung mancher Promoter, es gäbe eben nicht genug coole Frauen in der Clubmusikwelt, mit einem stargesprenkelten Line-up aus Künstlerinnen. Die polnische Industrial-Techno-Gelehrte VTSS reist ebenso an wie die Schwedin Toxe mit ihren komplexen Rhythmus-Kunststücken im Fach digitale Clubmusik. Umringt werden die beiden von female:pressure-Heldinnen wie Acid Maria, Electric:Indigo oder Chra. Auch sonst passieren im Rahmen des Rrriot Festival zwischen 1. und 8. März wundersame Dinge, etwa der Vogueing Ball am 2.3. im Gartenbaukino oder das feministische Popquiz am 4.3. in der Hacienda. Und was sagt der Flyer zur Rrriot-Abschlussparty, über die wir noch gesondert berichten werden? „Es gibt kein Patriarchat“. Ähem, genau, siehe oben.

VORSCHAU

DONNERSTAG (28.2.): Gernot Bronsert und Sebastian Szary bringen als Modeselektor in der Arena Techno und Dancehall, Spaß-Rave und Sound-Avantgarde zusammen.

FREITAG: Der deutsche Techno-Pop-Superstar Boys Noize trifft in der Pratersauna auf Joshua Murfitt und Quest und Mopcut stürmen das Blue Tomato mit noisigem Freejazz. Im rhiz zaubert der finnische Multiinstrumentalist Jaakko Eino Kalevi mit zuckersüßem Disco-Pop, bevor Altroy und Quehenberger Science-Fiction, Detroit und Techno zusammenrechnen. Im Werk markieren erst Said & Brenk Sinatra dicke Hosen mit misogynen Gangster-Raps, später treten ebendort bei der „Hexenparty“ von hausgemacht ausschließlich Clubmusik-Aufsteigerinnen wie Purrdition an die Turntables.

SAMSTAG: Nicht verpassen: Violent quand on aime im Venster99 mit einer Kombination aus Post-Punk, Minimal-Synth-Pop und DIY-Industrial. Der Hamburger Memphis Rap- und Trap-Produzent AlphaMob reist zum Club Canudigit in den Opera Club, das Fluc freut sich auf Broken Techno, UK Bass und Breaks von Michael Priest und Bad Mojo und für Rainbow Rangers im Celeste packt Lisstn ihre Discoplatten ein. In der Grellen Forelle gibt’s Techno von Dave Clarke, in der Pratersauna House von Adam Port und im Werk Hardcore und Trance von Ida Engelhardt.


Flyer der Woche ausgesucht von Lisa Kiss

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