Ein Lied kann eine Brücke sein: Was ist mUEsik?


KATHARINA SEIDLER

21.02.2019

Bei Popkonzerten trinkt man Bier und grölt herum, für Klassik zieht man sich den Anzug an und lauscht kontemplativ. Ähnlich grob zumindest erscheint die Definition der ursprünglich für Verwertungsgesellschaften erfundenen Begriffe U- und E-Musik, also Unterhaltungs-Musik im Gegensatz zur ernsten Kunstmusik. Die meisten Künstlerinnen und Künstler arbeiten natürlich irgendwo dazwischen, denn auch im Musikverein darf man sich gut unterhalten, und Popmusik verdient ernste Aufmerksamkeit. Das Magazin The Gap bringt nun unter dem Titel mUEsik die beiden Kategorien zusammen. Zum Auftakt der Reihe am Dienstag, 26.2., trifft der Wiener Singer-Songwriter und Pianist Martin Klein in der Turnhalle im Brick-5 auf den Komponisten und Geiger Matthias Jakisic; die beiden spielen eigene Popsongs ebenso wie Arvo Pärt und Franz Schubert und machen so dem Publikum ein E für ein U vor – oder wird es umgekehrt sein?

VORSCHAU

DONNERSTAG (21.2.): Dendemann rappt im Gasometer, Laibach unterwandern und radikalisieren „The Sound of music“ in der SimmCity und Lolina, ehemals Inga Copeland, vereint im Venster99 clubmusikalischen Ideenreichtum mit avantgardistischen DIY-Popsongs.

FREITAG: Maja Osojnik und andere Experimentalmusikerinnen zeigen Haltung im ChateauRouge. Der Belgier KRTM schürft im Venster99 nach Verbindungen zwischen Hardcore, Techno und Drum’n’Bass, sein Landsmann Innershades arbeitet sich im Celeste an der Eleganz von Techno und House nach Detroiter Vorbild ab. Im Werk steht mit Welia eine der coolsten Geheimschatz-Hüterinnen der Stadt an den Turntables, im Fluc ist Acid-Techno-Nacht mit etwa Jeånne und Zip aka Thomas Franzmann setzt in der Forelle auf Micro-House. Der Club Mutter lädt zur Gender Free-Techno-Party mit Audio Red ins Sass und das französische Supertrio Apollonia aus Dyed Soundorom, Shonky und Dan Ghenacia stellt den Horst auf den Kopf.

SAMSTAG: Die Berliner Club-Doyenne Ellen Allien besucht die Grelle Forelle, Lamache legt House im Sass groovy und deep auf und Menachem 26 aus Istanbul importiert abgespacten orientalischen Disco und House ins Rhiz. Techhouse und Melodien heiraten bei Extrawelt in der Pratersauna, das Geister-Pop-Post-Rave-Duo Dvrst spielt ein DJ-Set im Au und der Berliner Rapper MCNZI stellt seinen Acid Rap in der Camera vor.

Flyer der Woche ausgesucht von Lisa Kiss

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