Der Amadeus Award rockt vor allem draußen

KATHARINA SEIDLER | 3. MAI 2018   

Der Amadeus Award sei glamouröser als es der eben schmachvoll zu Grabe getragene deutsche Echo war, hört man. Rund um den roten Teppich vor dem Volkstheater, wo die Award Gala seit 2012 stattfindet, konnte man sich das vergangenen Donnerstag gut vorstellen. Scharen an Autogrammjägern passten Musikerinnen und Musiker wie Mira Lu Kovacs oder den Nino aus Wien ab, manche hatten sogar ein eigenes Aufnahmegerät dabei und zeichneten spontan etwas auf. Voodoo Jürgens spazierte grinsend im roten Anzug ins Theater, die Dancepop-Königin Ankathie Koi erschien in einem hautengen goldenen Kleid. Während die Show drin eher fad war und selbst auf der Afterparty im Palais Auersperg keine rechte Stimmung aufkommen wollte, konnte man draußen wirklich noch ein bisschen Glamour schnuppern und sich vorstellen, man wäre bei den Grammys.

VORSCHAU

FREITAG: Beim Donaufestival in Krems zelebriert das südafrikanische Duo Faka Gqom in einer glamourös-queeren Inszenierung. Beim Karlsplatz-Fest breiten die Postrocker Thalija einen Klangteppich aus, in Fluc und Fluc Wanne tun sich die Clubs Femme DMC und G.Spot mit Rap von Heldinnen wie Esrap, Lady Ill-ya und Dacid Go8lin zusammen, und Lucia und DJ Moe matchen sich im Celeste mit Worldbeats in allen möglichen Farben. DJ Scribe & Shawn Dub aus New York eröffnen mit Funk, Soul und Hip-Hop die Saison für The Birds & The Bees im Volksgarten Pavillon, im Opera Club startet die Reihe Neue Wiener Dekadenz mit House, Wave und Techno von Masha Dabelka, im Werk X Eldorado feiern die Electro-Popper Kids N Cats Albumrelease und der Rainbow Ranger Disco Club bespielt mit housiger und schön abseitiger Disco den Free Friday in der Grellen Forelle.

SAMSTAG: Im Weberknecht feiern Techno-Heroes wie Electric Indigo und Dan Lodig den 25. Geburtstag ihres Stammlabels Pomelo. Der australische EBM-Industrial-Enthusiast Kris Baha verhext das Rhiz, dMIT.RY und Welia einen im Celeste Industrial, Krautrock, Acid und Tribal Techno, während Nuvaman im Fluc mit Jungle, Dubstep und Breakbeat-Techno jongliert. Der argentinische Techhouser Barem feiert beim Club Hedonism in der
Auslage und im Au verlegen Mark Oni und MP Flapp Afrobeat, Afrofunk und Afrodisco.


Flyer der Woche ausgesucht von Lisa Kiss