Wo bleibt das Revival der Minidisc?

KATHARINA SEIDLER | 1. FEBRUAR 2018   

Auf magische Weise hat sich in letzter Zeit die Kassette als cooles Musikmedium zurückgemeldet. Immer öfter werden wir zu Tape-Release-Shows eingeladen, die Download-Codes für neue Musik verstecken sich hinter dem leichten Quietschen der altvertrauten Klapphüllen. Hören können die liebgewonnenen Tapes daheim nämlich gar nicht mehr so viele, aber als Sammlerobjekt, das einfach in kleinen Auflagen zu vertreiben ist, taugen sie gut. Hierzulande gibt es mit Sama Recordings, Transformer, Goldgelb, LaserLife und Shellrazor Records gleich eine Handvoll Labels, die sich unter anderem auf Tapes spezialisiert haben. Wir möchten an dieser Stelle für die Rückkehr unseres Lieblingsmediums, der Minidisc, plädieren. Sie war kleiner und ebenso leicht selbst bespielbar, sie verwandelte analoge Musik in digitale Songs mit Beschriftung (!), und wie wir anhand unseres immer noch funktionierenden Minidisc-Players überprüfen können, waren sie auch unzerstörbar. Wo bleibt ihr wohlverdientes Revival?

VORSCHAU

DONNERSTAG (1.2.): Mit The Future gibt es nun eine neue Reihe für Künstlerinnen und nicht-binäre Kunstschaffende; zum Auftakt erklingen im Au hochkarätiger Synthpop und Vokalmodulationen von etwa Coco Bechamel und Tony Renaissance. Im Flex: Beat It mit Drum’n’Basser AnatomiX.

FREITAG: Im Tanzquartier spricht der britische Journalist Adam Harper über Körperbilder in aktuellen Musikvideos. Abends haucht Sevdaliza düsteren Pop in der Grellen Forelle, bevor die französische House- und Techno-Meisterin Jennifer Cardini die Turntables übernimmt. Im Horst tut es ihr Anja Schneider gleich. House, Disco, Funk und andere Herzwärmer servieren inzwischen die Amsterdamer Detroit Swindle in der Pratersauna sowie die wiedervereinte Praterei-Crew bei Tohuwabohu im Prime.

SAMSTAG: Der spanische Musikspezialist John Gómez verwandelt das Fluc in eine exotische Disco voll verborgenem Funk, funkelndem Afrobeat und brasilianischen Geheimschätzen. Die Grelle Forelle verdunkelt das Detroiter Duo Ultradyne mit hartem, organischem Electro, Trikk aus Portugal überrascht die Pratersauna mit zurückgelehntem, schön windschiefem House und die House- und Technoliebhaber von Bebop Rodeo kommen im Celeste zum jährlichen Älterwerden-Fest zusammen.


Flyer der Woche ausgesucht von Lisa Kiss